Jacqueline Uhl, Patrizia Pieber, Martina Ecker

Einstieg: Staubsauger zu hören – „Wir misten gerade aus“

Martina:
Liebe Susanna, vielen Dank, dass Du Dich in dieser Zeit für unser Interview zur Verfügung stellst.

Susanna:
Ich freu mich auch, ich habe das auch so noch nicht gemacht. Ich kenne das von Freunden, aber so viele Leute habe ich auch noch nicht zusammengeschlossen, wie macht ihr das? – kurze Erklärung von Jacqueline „Gruppenanruf in Whatsapp“

Martina:
Vor ca. einem Monat hat sich für uns alle das Leben schlagartig verändert – wie sieht Dein Leben aktuell in dieser Zeit aus?

Susanna:
Ich muss sagen, es ist alles viel entspannter, das hat auch was Positives. Es hat sich um den 11. März herum alles drastisch geändert, ab dem Zeitpunkt, wo das Theater geschrieben hat, dass es zu macht. Ich habe mir noch gedacht, nie im Leben macht ein Theater zu. Bei uns gibt es das nicht, wir spielen auch, wenn wir krank sind – the show must go on – als Schauspielerin stellst Du Dein Privatleben oder Deine privaten Bedürfnisse hinten an. Dein eigenes Schicksal soll das Publikum nicht merken, wenn man professionell arbeiten will.
Das können sich viele schwer vorstellen, wir sind eine Mischung zwischen Selbstständigen und Angestellten. Ich switche zwischen selbständiger Tätigkeit und Angestelltenverhältnis, weil es gibt Arbeitgeber, die dich nicht anmelden, da arbeitet man auf Honorarbasis. Es gibt auch Theater, die kein Probengeld bezahlen, obwohl das die meiste Arbeit ist.

Ich hab von Anfang an gewusst, ab dem Zeitpunkt, wo das Theater zugesperrt hat, das wird länger als zwei Wochen dauern. Es gab einige blöde Kommentare auf Facebook von Leuten, die nicht verstehen in welcher Situation wir Künstler sind. Ich selbst habe Gott sei Dank Anspruch auf Arbeitslosengeld, was jetzt aber auch nicht die Welt ist. Da gehen sich nicht mal alle Fixkosten aus, d.h. man überzieht seinen Rahmen. Mein Erspartes habe ich für eine Amerikareise noch vorher ausgegeben. Damit habe ich nicht gerechnet, dass das auf uns zukommt. Und außerdem habe ich gewusst, dass ich weitere Folge-Engagements habe.
Ich wäre bis fast Ende des Jahres mit Engagements durchgeplant gewesen. Für mich geht es ab Frühjahr nächsten Jahres auch wieder weiter. Das einzige, das wirklich ein Problem in der Sparte ist, wir wissen nicht wann es weitergeht. Man hängt so in der Luft und diese Ungewissheit, die macht einen unrund. Ich glaube die Tourismusbranche und die Kulturbranche, sind die letzten Glieder in der Kette der Wirtschaft d.h. wir werden die Letzten sein, die überhaupt wieder aufmachen dürfen. Wann das sein wird ist fraglich, weil ich befürchte solange kein Impfstoff da ist und auch kein Medikament am Markt, wird das in dem Sinn nicht stattfinden. Vielleicht im kleineren Rahmen, bis zu einer gewissen Personenanzahl, vielleicht auch mit gewissen Maßnahmen, wo ein Stuhl dazwischen sein muss, aber wie es sein wird ?

Die Leute werden auf der einen Seite nach Kultur ausgehungert sein, d.h. viele werden die Theater stürmen, wenn das vorbei ist und andere werden aber kein Geld mehr haben, weil es ein Luxus werden wird.
Die Darsteller werden noch schlechter dastehen als vorher, denn die kämpfen immer. Es gibt natürlich sehr gut subventionierte Theater, aber es gibt auch die ganz kleinen Theater. Die gehen zugrunde oder es wird wieder Preisdumping geben. Somit wird es am Rücken der Künstler ausgetragen werden, wo die Gagen eh nicht sehr hoch sind.

Und sonst, wie ist es für mich … ich hab das Glück einen sehr liebevollen Partner zu haben, der seit Juli mit mir zusammenlebt. Wir sind auch froh, dass wir zusammen sind, das macht natürlich die Situation einfacher. Ich befürchte für Leute, die ganz alleine leben, da ist die Zeit schon schwieriger oder für Paare, die sich leider gar nicht mehr leiden können. Entweder wird die Zeit jetzt eine Ehe retten oder es wird mehr Scheidungen geben.
Was ich auch merke ist, wie wichtig für mich die Gesundheit ist bzw. noch wichtiger wird. Alles andere steht hinten an. Ich selbst z.B. bin Asthmatikerin und gehöre somit zur Risikogruppe. Ich bekomme bei der Zeit wo Pollen fliegen schwer Luft und muss meine Antihistaminika regelmäßig nehmen. Ich halte mich sehr an die Regelungen mit Maskenpflicht.
Ich habe Gott sei Dank – das kommt auch dazu – den Luxus eine Wohnung zu haben, die groß ist. Wir können uns auch aus dem Weg gehen, wenn man will. Ich habe eine große Terrasse, wo ich mich raus setzen kann. Das sind alles Dinge, die ich als großen Luxus sehe und bin auch sehr dankbar dafür, weil ich weiß, dass es vielen Menschen viel schlechter geht. Künstler, die überhaupt keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, die selbstständig sind, bei der SVA angemeldet sind, woher kriegen die jetzt Geld? Von der WKO aus dem Härtefonds?

Martina:
Welches Resümee ziehst Du bis dato aus dieser Zeit ?

Susanna:
Ich hatte am Anfang fast Depressions-Schübe – es war vielleicht zu viel für mich. Ich war auch sehr traurig an den ersten Tagen, als das Theater zugemacht hat. Das Erste, das ich mir angesehen habe war die Pressekonferenz. Im Weiteren habe ich die neuesten Meldungen regelmäßig am Handy gelesen. Ich konnte nachts nicht schlafen. Mich haben Existenzängste geplagt. Wie soll das weitergehen? Wir werden alle sterben – das war mein erster Gedanke. Ich habe geweint, weil ich mir gedacht habe, oh Gott es geht zu Ende. Das ist das Ende der Welt oder zumindest der Menschheit. Die Natur wird es nicht betreffen, die braucht uns nicht.

Einmal habe ich mit einer Kollegin gesprochen, einer Schauspielkollegin, die mit mir in Los Angeles war. Wir haben eine Masterclass bei einem Coach besucht. Dort ging es um die Lebenseinstellung und dass man Chancen sieht und wahrnimmt und etwas macht aus seinem Leben. Sie hat mir gesagt: „Weißt Du ich will mich mit dieser Negativität gar nicht mehr umgeben und die bringt Dich auch nicht weiter“. Das hat mich so zum Nachdenken angeregt und ich hab mir gedacht sie hat recht. Wenn ich jetzt die ganze Zeit nur schlecht denke, dann füttere ich nur meine Angst, es bringt mich nicht weiter. Ganz im Gegenteil ich bin dann nur schlecht drauf und es kostet mich viel mehr Energie. Ich bin dann eine Belastung für meinen Partner, für mich selber und vor allem es entzieht mir noch die restliche Lebensenergie. Ab diesem Punkt habe ich beschlossen, dass ich damit aufhöre und ich habe einfach angefangen weniger Nachrichten zu schauen und versucht mich mit weniger Negativem zu füttern. Ich habe versucht einfach wirklich das Beste aus dieser Situation zu machen, die Dinge zu akzeptieren wie sie sind, im Hier und Jetzt zu sein und so gut wie möglich mit dieser Sache umzugehen und natürlich zu hoffen und zu beten, dass es irgendwann auch wieder vorbeigeht.

Martina:
Wenn ich Dich, Susanna, heute bitten würde, Dein Zukunftsbild für die Zeit nach Corona zu malen, wie würde dieses Bild aussehen ?

Susanna:
Gar nicht so viel anders als jetzt. Das einzige, wo ich im Moment wirklich sehr eingeengt bin – ich war gerade dabei eine Film- und Fernsehagentur zu suchen, was wirklich ein schwieriges Unterfangen ist. Theater werde ich immer spielen und Musical werde ich auch immer machen. Dort habe ich mich am Markt schon ganz gut etabliert. Den Job mache ich ja schon seit 25 Jahren. Ich habe in der jetzigen Zeit gemerkt wie sehr mir die Bühne fehlt und wie sehr ich meinen Beruf liebe. Wie sehr ich auch die Menschen liebe, die ich um mich herum habe und mit mir arbeiten. Das Kreativ sein fehlt mir.

Martina:
In welcher Form lernst Du Dich in dieser besonderen Zeit jetzt kennen ?

Susanna:
Ich bin ein Mensch der Extreme. Entweder ich bin wahnsinnig fleißig und ein Workaholic oder ich bin extrem faul. Das ist bei mir auch im Sport so, entweder ich mache jeden Tag 2-3 Stunden, wie eine Blöde, 5x in der Woche oder mache monatelang nix. Dieses Mittelmaß, das entwickelt sich jetzt in dieser Quarantänezeit. Ich merke das auch beim Essen, es ist auch da mehr Ruhe eingekehrt. Und ich esse auch nicht mehr so unkontrolliert, weil mehr Ruhe drin ist und auch den Sport mache ich jetzt kontinuierlicher und regelmäßiger als sonst. Aber vielleicht deswegen, weil ich sonst nichts anderes habe. Ich würde derzeit gerne Bewerbungen wegschicken an die Theater und Agenturen – das kann ich alles jetzt vergessen, weil niemand da ist und es wird mich auch im Moment keine Agentur engagieren, weil sie nicht wissen, wann sie wieder drehen dürfen – d.h. auch das ist im Moment komplett lahm gelegt.

Martina:
Was kannst Du zwischenzeitlich oder trotzdem derzeit machen?

Susanna:
Eins werde ich auf jeden Fall machen – ich werde zwei neue Videos von mir drehen, zwei selbst gedrehte Sachen, wo ich ein bisschen über mich erzähle. Das eine ist ein „About Me“-Video, das ist derzeit ein Trend, und das andere ist ein Casting-Video, indem man sich eine Szene aussucht und dreht, vielleicht auf Englisch. Gott sei Dank haben sie das für die Schauspieler sehr erleichtert, aber ich bin jetzt ein bisschen gebremst und das macht mich unrund.

Martina:
Vielen Dank für diesen tollen Einblick. Wir haben uns das Interview unter uns aufgeteilt, daher übergebe ich jetzt an Jacqueline.

Jacqueline:
Was war ausschlaggebend für Deine Berufsauswahl?

Susanna:
Das habe ich als kleines Kind schon gewusst. Ich kann nur jeden empfehlen wirklich auf sein Herz, auf seinen Instinkt zu hören. Der geht auch immer mehr verloren in unserer Gesellschaft. Vielleicht werden einige ihr Leben nach dem jetzigen Zeitpunkt ändern – ich befürchte nur, dass der Rest der Menschheit danach genauso weitermacht wie vorher auch. Die Welt wird genauso ausgebeutet und die Ressourcen weiter ausgeschöpft werden. Die Welt atmet jetzt auf, d.h. die Tierwelt und die Natur die freuen sich. Ich befürchte nur, wir werden uns sehr rasch wieder erholen und es wird genauso furchtbar sein wie vorher. Ich glaube, dass nur jeder für sich, jeder einzelne etwas verändern kann in seinem Leben. Ich wollte auch immer die Welt retten, aber es geht leider nicht. Man kann das Paradies für sich haben, d.h. in seiner Welt und mit den Menschen, die man um sich herum hat. Meinen Beruf wollte ich schon als kleines Kind. Ich hab immer gesagt: „Ich werde Sängerin“ und „Ich werde Schauspielerin“ und das hab ich durchgezogen.

Der Weg war nicht immer einfach und es gab auch Momente, in denen ich aufhören wollte. Finanziell dachte ich oft, es nicht mehr durchzuhalten. Dieser Beruf bringt ständige Existenzängste mit sich, denn man hangelt sich von einem Engagement zum nächsten. Auch plagten mich immer wieder Selbstzweifel nicht gut genug zu sein. Die Kreativität ist auch so eine Sache, die ist da oder nicht da. Ich brauche trotzdem andere Menschen um mich herum, die mich inspirieren. In dieser Zeit merke ich besonders wie sehr es mir fehlt, wie sehr ich meinen Job liebe und wie sehr er mich erfüllt. Ich bin froh, dass ich das machen kann, weil das meins ist. Das bin ich und das ist ein großer Teil meines Lebens. Ich kann vieles verschmerzen, aber nicht mehr auf der Bühne zu stehen, das könnt ich sehr schwer verkraften. Oft habe ich überlegt etwas anderes zu machen, aber auf der Bühne zu stehen ist wie eine Droge.

Jacqueline:
Inwiefern haben Dich Deine Eltern unterstützt bei deinem Weg?

Susanna:
Ich bin allein mit meiner Mutter aufgewachsen und meine Mutter ist eine sehr realistische Person. Sie ist meine größte Kritikerin und wäre die Erste gewesen, die mir gesagt hätte „Kind, du bist völlig unbegabt“. Da ist sie beinhart und sehr ehrlich. Sie hat aber immer zu mir gesagt: „Du hast Talent“ und hat mich immer sehr gefördert und mir den Rücken gestärkt.
Früher hab ich viele Chancen verpasst, aber jetzt nicht mehr. Ich hab mich um 180° Grad gedreht. Als junges Mädchen war ich geplagt von Selbstzweifeln, dass ich mich oft nicht getraut habe zu Castings oder Vorsprechen hinzugehen. Inzwischen habe ich mich sehr geändert. Heute kann ich besser mit meinen Ängsten und Zweifeln umgehen und stelle mich einem Problem.
Wer im Leben nichts riskiert, wird immer auf dem Level bleiben, auf dem er ist. Dann ist man im Stillstand. Du kannst dir nicht immer ein Sicherheitsnetz spannen und damit über die Brücke gehen. Manchmal muss man alles auf eine Karte setzen und sagen „Ich mach das“ und wirklich versuchen dem Instinkt und dem Herzen zu folgen. Der Verstand sagt immer Nein, aber das Herz, das sagt Ja. Manchmal denke ich über Menschen nach, die so großes geschaffen haben und wenn die nur auf andere gehört hätten, dann wäre z.B. bis heute keine Mondlandung möglich. Also man muss wirklich über seine Vorstellung auch hinausgehen und sich sagen „Ich kann das! Ich schaffe das!“ Niemand hat gesagt, dass es leicht wird oder es auf Anhieb klappt, aber ich glaube, dass der Glaube und der Wille Berge versetzt.

Jacqueline:
Welche deiner Fähigkeiten hat dir am meisten zu deinem Erfolg verholfen?

Susanna:
Durchhaltevermögen, immer wieder aufstehen und weitergehen. Aufstehen, hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen. Und mutig sein! Mutig sein und sich nicht mit den anderen vergleichen wollen. So sein wie du bist, das was du bist ist schon das perfekte Paket, weil jeder für sich einzigartig ist. Man sollte im Leben lernen zwischen seinen negativen und positiven Eigenschaften zu unterscheiden. Und die positiven natürlich füttern und das hervorheben und sagen „Das ist das besondere an mir.“

Man muss auch sagen, dass ich auf vieles verzichtet habe. Lange habe ich keinen Partner gehabt bzw. haben meine Partnerschaften nie länger als zwei bis vier Jahre gedauert. Der Beruf war für mich immer an erster Stelle. Bis dato habe ich auf Kinder verzichtet. Ich sage nicht, dass das so sein muss. Es gibt genug Schauspielerinnen, die Kinder haben. Inzwischen wäre ich auch dazu bereit, denn jetzt bin ich auf einem anderen Level als noch vor 20 Jahren. Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht mehr in diesem Job.
Außerdem muss ich meiner Mutter danken, weil sie diejenige war, die mich immer unterstützt hat. Ja, immer. Unermüdlich. Das muss sie jetzt nicht mehr tun. Das mach ich jetzt selber. Ich bin sehr ehrgeizig geworden und ich habe nicht mehr so viel Angst. Das heißt ich gehe auf die Leute zu. Man muss formulieren was man möchte. Sonst wissen die Leute nicht was du willst. Und ich bin davon überzeugt, dass man Dinge formulieren muss, damit sie in Erfüllung gehen.

Jacqueline:
Was war dein schönstes Fanerlebnis? Ich hab ja ein bisschen recherchiert und deine Dancing Stars Videos angeschaut. Da hast du von virtuellen Blumen aus Indien oder Portraits aus der Schweiz erzählt.

Susanna:
Für mich war Dancing Stars sicher eine der schönsten Erlebnisse in meiner beruflichen Laufbahn. Das war übrigens etwas, das ich schon jahrelang machen wollte. Zuerst habe ich nicht gewusst wie ich dort hinkomme.
Das Ganze ist passiert, nachdem ich aus Deutschland zurückgekommen bin. Mich kannte in Österreich niemand mehr und ich habe bei einem Talente-Wettbewerb mitgemacht – also ich hab wirklich bei Null wieder angefangen. Ich hab es gemacht und ich hab gewonnen.

Eins führte zum anderen. Der damalige Simpl-Chef, dem das Vindobona gehört, hat mich gesehen und der fand mich ganz toll. Stefano Bernardin, der den Talente-Wettbewerb moderierte, hat mir das verraten. Dadurch habe ich den Mut gefunden, mich bei ihm zu melden und zu fragen, ob er etwas für mich hat. Der hat mir von einer neuen Produktion im Simpl erzählt und gefragt, ob ich mitspielen möchte. Werner Sobotka, der auch ein sehr erfolgreicher Regisseur ist, führte Regie. Das hat sich herumgesprochen und dann hat mich der Peter – Peter Hofbauer vom Metropol – gebeten etwas mit ihm zu machen. Daraufhin hab ich dort etwas gemacht – ein paar Ausschnitte aus meinem ersten Kabarettprogramm. Im Publikum saß Edgar Böhm, der Unterhaltungschef vom ORF. Zu dem bin ich hin gegangen und habe gesagt: „Ich kenne Sie noch aus meiner Kindheit.“ – der hatte eine ganz tolle Kinderbuchsendung und ich fand den immer schon toll. Als nächstes habe ich ihn gefragt, ob ich ihm meine Unterlagen schicken darf. Er sagte Ja und weil ich ihm so gefallen habe, hat er mich dem Wustinger vorgestellt. Als wir uns getroffen haben hat er gefragt, was ich machen will und ich hab ihm gesagt, dass ich gern Dancing Stars machen würde. [lacht verlegen]. So bekam ich ein persönliches Interview bei der Heinrich. Ich hab einfach drauf losgeredet, so wie ich bin und sie fand mich irgendwie ganz witzig und gab mir eine Chance. Und mich kannte niemand! Also das heißt, man hat mich wirklich von der Bühne entdeckt und mir diese unglaubliche Chance gegeben.

Ich wollte mich dem stellen – auch körperlich. In den Videos – beim Training – hat man gesehen, wie ich gelitten habe. Trotzdem habe ich meinen Humor immer behalten und auch Vadim (mein Tanzpartner) hat gesagt, dass ich eine seiner lustigsten Tanzpartnerinnen war. Wir haben wirklich geschwitzt wie ein Schwein und schwer gearbeitet, aber wir haben auch wahnsinnig viel gelacht. Und ich bin halt ein Profi. Das heißt ich weiß, was es heißt abzuliefern. Und ich muss sagen in der zehnten Runde (von zwölf) bin ich ausgeschieden und das war dann auch ok. Zu dem Zeitpunkt war ich schon erkältet und sehr müde. Das hab ich nur niemandem gesagt. Ich wollte kein Mitleid von den Leuten und ich wollte mir nicht die Chance vergeigen doch weiterzukommen. Innerlich habe ich mir aber gedacht, dass es ok ist, wenn ich jetzt ausscheide und so war es dann auch.
Ich war so eine Überraschungskandidatin, weil mich sehr viele schnell in ihr Herz geschlossen haben. Das wichtigste ist, dass du den Leuten in Erinnerung bleibst. Ob du jetzt gewonnen hast oder nicht, ist völlig nebensächlich.
Also das war sicher der größte Fansupport. Und wirklich, mir haben Leute aus Indien geschrieben. Das war ganz lustig, ja. Ich war auch überrascht über diese Reichweite dieser Sendung. Es sprechen mich immer noch Leute auf diese Zeit an. Und das war für mich eine Chance. Weil die Masse hat mich davor nicht gekannt.

Ich wollte immer nach Los Angeles, nach Hollywood. Es hat 45 Jahre gedauert, aber ich war jetzt dort. Und Gott sei Dank war ich JETZT dort. Lange habe ich mit mir gehadert und mir gedacht „Das kostet so viel Geld“ und „Das bringt doch nichts“ und „Naja, was mach ich, dort?“ und „Ich hab Angst.“ Schlussendlich bin ich ganz alleine geflogen. Den Coach hab ich hier in Wien kennengelernt, als er ein Seminar gemacht hat. Er hat immer gesagt „Bitte komm“ und alle meine Freunde und Familie haben gesagt „Bitte fahr.“. Jetzt bin ich so froh, dass ich es gemacht habe. Auch wenn mein ganzes Erspartes drauf gegangen ist [lacht.]. Jetzt weiß ich, dass es nicht unmöglich ist, in Los Angeles oder in Amerika als Schauspielerin zu arbeiten. Man muss nur schauen wie man zu einer Arbeitsgenehmigung kommt. Das ist ein wahnsinniger Behördenaufwand. Das sind Dinge, um die ich mich jetzt kümmern kann.

Als ich dort war, habe ich sogar geweint, weil ich mehr Anerkennung bekommen habe als hier in meinem eigenen Land. Das fand ich ein bisschen traurig, muss ich sagen. Die Amerikaner sind viel offener und nicht so kompliziert. Wenn Leute gut sind, dann reicht ihnen das und es ist egal woher man kommt. Sie sind generell sehr Multi-Kulti eingestellt. Durch Netflix, Amazon, Sky usw. ist im Moment die beste Zeit für Schauspieler. Es wird so viel produziert. Daher werden auch viele Leute gesucht – auch Leute aus Europa. Es gibt genug Filme, wo Europäer, Deutsche oder Österreicher gebraucht werden, weil sie den Akzent mitbringen. Mittlerweile geht es immer mehr darum die Realität zu verkörpern. Das hat mir unglaublich viel Mut gemacht und das werde ich im Hinterkopf behalten.
Ich hatte auch in Deutschland viel Erfolg am Theater. Dort habe ich angefangen und unglaubliche Chancen bekommen. Hier in Österreich hätte ich die nicht bekommen. Das Problem des Österreichers ist, dass er nicht sehr experimentierfreudig ist. Er ist natürlich sehr traditions- und kulturbewusst. Das ist schön, aber man hat’s als Neuling nicht leicht. Die Alteingesessenen werden gefüttert und wenn die gut laufen, dann bleiben sie. Für neue Leute ist kaum Platz. Das ist in Deutschland und Amerika anders.

Jacqueline:
So, eine letzte Frage noch, bevor ich an die Patrizia übergebe. Was ist dein nächstes Projekt? Du hast ja schon unheimlich viel gemacht: Schauspielerei, Theater, Kabarett, ein Buch hast du geschrieben. Was ist dein nächstes Projekt?

Susanna:
Ein Kind zu bekommen. [lacht.] Das ist mein nächstes Projekt. Ich glaube es ist jetzt an der Zeit.
2017 hatte ich einige einschneidende Erlebnisse. Am Beginn des Jahres ging es meinem Hund sehr schlecht. Der war schon damals sehr alt, aber er hat dann noch mehr als ein Jahr gelebt – der Brutus. Im Sommer ist mein Arbeitgeber in Konkurs gegangen. Das heißt ich hab meine Gage nicht bekommen Weil ich noch ein paar Auftritte hatte habe ich mich irgendwie noch über Wasser gehalten. Dann ist meine beste Freundin von heute auf morgen an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben. Zusätzlich hatte ich noch eine Mitbewohnerin bei mir, die schwerste Alkoholikerin und Bulimikerin war. Das Problem ist, ich kann sie nicht retten. Ich habe wirklich Nächte lang mit ihr diskutiert. Ein Mensch, der nicht einsieht, dass er krank ist und ein Suchtproblem hat, den kann man nicht retten. Der Mensch muss sich immer selbst retten. Man kann ihn unterstützen, aber retten musst du dich selber. Irgendwie gings nicht und ich befürchte auch sie hat bis heute nichts daraus gelernt, aber sie sieht noch immer schrecklich aus.

Dann ist meine Mutter so gestürzt, dass die wirklich ein Monat lang im Spital war. Dreimal am Tag habe ich ihre Katzen gefüttert, alles geputzt und hergerichtet – trotz meiner Katzenhaarallergie. Ich hatte kein Geld und es kamen keine Aufträge rein. Karmisch war das eine furchtbare Zeit. Ich war sogar schon kurz im Begriff ein Engagement in Budapest anzunehmen und für wirklich wenig Geld zu arbeiten. Durch meine Mutter spreche ich auch ungarisch. Aber meine Mutter konnte ich nicht alleine lassen. Da war es auch wieder gut, dass ich beruflich nicht sehr eingespannt war, weil sie mich gebraucht hat. Sie konnte sich nicht bewegen. Natürlich hat sie mich in der Zeit auch unterstützt aber sie hat gesagt, dass ich da selbst wieder rauskommen muss und man will nicht als über 40-jähriger Mensch noch von seinen Eltern unterstützt werden. Man geniert sich für diese Umstände. Das nagt sehr an seinem Selbstbewusstsein.
Dann habe ich wirklich über mein Leben nachgedacht und mir wurde bewusst, dass ich sonst niemanden mehr habe. Ich habe nur meine Mutter. Ist es dieser Job wirklich wert, dass man alles aufgibt? Sein Privatleben? Dass man keine Kinder hat, dass man keinen Partner hat? Ich habe mein Leben lang immer alles alleine gemacht und ich habe gemerkt, dass mir die Kraft ausgeht. Ich musste einfach etwas in meinem Leben ändern. Und dann hat sich Gott sei Dank alles verbessert. Das ging von Herbst 2017 bis Juni 2018. Im Juni 2018 habe ich in Bad Ischl ein Engagement gehabt und da hab ich gewusst, dass es wieder bergauf geht und so war’s dann auch.

Ich weiß noch ganz genau: Ich bin durch den Park gelaufen, in der Nähe meiner Unterkunft in Bad Ischl und hab zum lieben Gott gesagt „also wenn es noch mein Weg sein soll, eine Familie zu bekommen, einen Partner, dann schick mir bitte jemanden, wo das noch realisierbar ist, wo das funktioniert“ und ich schwöre euch – zack, der hat ihn mir geschickt.

Und das beste war: Es war wirklich ein kurzer Moment. Ich hab während der Hauptprobe in dem Orchestergraben geblickt und da grinst mich ein Rotschopf an. [grinst] Mir war klar, dass ich mir den näher anschauen muss. Dann habe ich ihn aber nicht mehr gefunden. Obwohl es wirklich nur ein oder zwei Sekunden waren ist mir dieses Lächeln nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Damals wusste ich nicht, dass der Felix nur Substitut war. Er ist nur für eine Kollegin eingesprungen, weil eigentlich ist er Physiker und Materialwissenschaftler. Er hat aber auch Kompositionslehre studiert und spielt Klavier und Geige. Er kam erst Anfang August wieder. Ich ging aus dem Theater raus und plötzlich sah ich ihn, ich ging wie ferngesteuert auf ihn zu und das erste was ich zu ihm sagte war „Da is er ja!“. Das war so schicksalshaft. Ab dem Zeitpunkt ging alles rasend schnell. Wir haben dieselben Interessen, wir sind sehr glücklich miteinander. Seit dem läuft es – toi toi toi – sehr sehr gut. Ich arbeite so viel wie schon lange nicht mehr.
Ich glaube schon ein bisschen an Law of Attraction. Ich sehe das bei mir. Es funktioniert schon. Ich hab oft manchmal Sachen gesagt „Ich möchte das machen“. Das ist halt oft Jahre später eingetreten. Wir wissen die Zeit nicht wann es eintritt, aber es kommt. Und wie es funktioniert, weiß man oft auch nicht. Aber ich sag euch es gibt Wunder. Es gibt Wunder. Es gibt sie.

Patrizia:
Also, Susanna. Wir haben dein Buch „Sex sells“ gelesen.

Susanna:
Echt? Ihr habt es gelesen?

Patrizia:
[lacht.] Ja und wir wollen zuerst wissen: Was hat dich überhaupt dazu bewegt, ein Buch zu schreiben?

Susanna:
Also ich muss sagen, ich bin jetzt keine typische Feministin. Also keine Agro-Feministin. Ich bin eine weibliche Frau. Ich steh mittlerweile zu meiner Weiblichkeit. Das war nicht immer so und auch ich hadere immer wieder an meiner Optik. Aber das tut jede Frau.

Was mir auf die Nerven gegangen ist: Ich habe gesehen, in welcher scheinheiligen prüden Gesellschaft wir nach wie vor leben und, dass Frauen noch immer, wenn sie offen über dieses Thema sprechen entweder als nymphoman abgestempelt werden oder als frustrierte Weiber.

Auf jeden Fall finde ich, dass eine Frau das Recht hat, sowohl den Sex zu genießen so wie ein Mann als auch, sich das zu nehmen, was sie möchte. Für mich ist das sehr wichtig. Deswegen ist eine Frau jetzt keine Hure oder Schlampe. Wenn jemand nymphoman ist, ist das eine Krankheit. Das ist wieder etwas Anderes. Da muss man das behandeln, aber ich rede jetzt von ganz normalen Frauen. Jede Frau hat unterschiedliche Bedürfnisse. Es gibt Frauen, die wollen öfter Sex. Es gibt Frauen, die wollen nicht so oft Sex. Dies soll man bitte der Frau überlassen und sie nicht immer gleich degradieren. Es geht mir ums Degradieren. Es stößt mir immer auf, dass die Frau in meiner Branche leider immer noch im Vorhinein weniger angeboten bekommt für dieselbe Rolle als ein Mann. Und das sogar von einer Frau. Und da frag‘ ich mich „geht’s noch?!“. Also, eigentlich sollte mehr Solidarität in der Richtung herrschen. Die Frauen sind kritischer untereinander in Bezug darauf, wie Frauen über andere Frauen reden. So würde ein Mann nie über eine Frau reden. Also Frauen reden viel respektloser über andere Frauen. Die Steffi und ich haben das Buch zusammengeschrieben. Sie konnte über andere Dinge reden als ich, weil sie gerade im Wechsel war und auch eine Tochter hat. Darüber kann ich klarerweise noch nicht schreiben, da ich solche Erfahrungen noch nicht gemacht habe.
Ich weiß, wie sich viele Frauen fühlen und mir war es immer ein Anliegen, dass Menschen sich einfach besser fühlen und nicht immer so hart zu sich selbst sind. Ich weiß, dass Frauen darin noch viel schlimmer sind als Männer. Frauen haben ein viel geringeres Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl manchmal als Männer, dabei sind es wirklich oft tolle Frauen. Und da frag ich mich: Woher kommt das? Warum? Wieso? Wir Frauen sehen immer nur das Negative an uns, aber nicht das Positive. Deswegen habe ich dieses Buch auch geschrieben. Und weil natürlich auch der Verlag gesagt hat: Wollen Sie nicht ein Buch schreiben? (kichert)

Ich wollte immer schon einmal ein Buch schreiben. Jetzt meine Frage an euch, ich bin auch niemanden böse, also ich bin auch sehr froh über jegliche Kritik. Ich finde der Vorteil von dem Buch ist, dass man nicht jedes Kapitel lesen muss. Man kann es sehr durcheinander lesen. Mir war es ein Anliegen, Frauen Mut zu machen oder auch die Dinge ein bisschen humorvoller zu sehen. Wie habt ihr das empfunden?

Patrizia:
Ich war schon sehr gespannt auf das Interview mit dir, weil so wie du schreibst, so stelle ich mir dich als unabhängige, selbstbewusste, leidenschaftliche Frau vor. Deswegen habe ich mir auch ein paar Fragen rausgepickt, die ich dir jetzt ganz gerne stellen will, die auch ein bisschen detaillierter sind.
Also Folgendes: Du schreibst eine Mischung zwischen Arthur Miller und Brad Pitt entspricht deinem Geschmack, Colin Firth trifft´s da ganz gut. Angenommen du hättest die Möglichkeit auf ein Date mit Colin Firth mit guter Aussicht, wie weit würdest du gehen?
Susanna:
(Lange Pause). PUH (Lacht). Also ich muss sagen, ich habe jetzt so einen ähnlichen Typ zuhause.

Martina:
OHH

Patrizia:
lacht

Susanna:
Also nicht ganz wie Colin Firth, aber er ist auch ein englischer Gentleman Typ. Ich habe auch ein Faible für Rothaarige. Es war lustig, noch vor einem Jahr oder vor Monaten, bevor ich Felix kennengelernt habe, habe ich geschaut, ob es eine Dating Website gibt nur mit Rothaarigen. Interessanterweise gibt´s das in Österreich nicht. Mir gefallen zum Beispiel auch Frauen, die rote Haare haben. Ich hatte auch eine Zeitlang selbst rote Haare, aber ich muss gestehen mit blonden Haaren ist es leichter Jobs zu bekommen. Das ist einfach so. (Lacht)

Martina:
Interessant.

Susanna:
Ja, es ist wirklich so. Ich finde rothaarige Frauen und Männer sehr attraktiv. Es gibt Leute, denen das nicht gefällt. Aber ich mag das. Mein Geschmack hat sich verändert, mir gefielen früher eher dunkelhaarige Männer und jetzt finde ich helle sehr attraktiv. Die Ehefrau des Intendanten Spatzek von Parndorf hat einmal gesagt: Dein Freund ist ja wie der Colin Firth. (Alle lachen) Ja, meiner hat einen Dreitagesbart. Colin Firth ist jetzt geschieden, er hat sich von seiner Frau getrennt. Ich finde, es ist wahnsinnig wichtig, wie das ist, wenn der Mann seinen Mund aufmacht. Ich habe auch im Buch geschrieben, dass ich wirklich schöne Männer kennengelernt habe, die auch Models waren. Ich will jetzt nicht alle Models über einen Kamm scheren, ich war auch einmal mit einem zusammen. Aber es gibt welche, da verzieht sich meine Libido in die Bauchhöhle, wenn sie den Mund aufmachen.

(Gelächter) Wenn mich Colin Firth jetzt also anrufen würde, glaube ich schon, dass ich auf ein Date gehen würde. (alle lachen)

Patrizia:
Also du würdest gehen und wie weit würdest du gehen?
(Pause).

Susanna:
Naja, schwierig, ganz schwierig. Weißt du, man muss sich dann schon überlegen, ob es das wert ist. Ich glaube, schwierig wird es wirklich bei Versuchungen. Da spielt es keine Rolle, ob das der Colin Firth ist oder der Nachbar von nebenan, der etwas an sich hat, das dich interessiert. Man muss zwischen Strohfeuer und sexueller Anziehung unterscheiden bzw. ob es der Mensch fürs Leben sein könnte. Als Felix mich damals kennengelernt hat, war er noch in einer Beziehung, die schon sehr am Bröckeln war. Er hatte ein schlechtes Gewissen, was auch für ihn spricht und er hat es sich nicht leicht gemacht. Ich habe mich gefragt: Geht es mir jetzt wirklich um den Mann, oder geht es mir um das Gewinnen. Über eine gemeinsame Freundin kam er zu diesem Festival und war ganz durcheinander. Er hat gesagt, dass es richtig BÄHM gemacht hat. Ich habe mich bei meiner Freundin ausgeheult und gesagt, das ist der Mann meines Lebens. Ich möchte ihn heiraten und mit ihm Kinder haben. Das hatte ich nicht bei jedem Partner. Es gilt zu unterscheiden, ob es hier ums Ego, um sexuelle Lust, um Bestätigung geht, oder ob man mit dem Menschen wirklich sein Leben verbringen möchte. Ich habe mich sehr geprüft damals, worum es hier mir wirklich ging.

Patrizia:
Inwiefern hat dich das Statement von deinem Vater „Jetzt musst du schon schauen, dass du dir einen findest, weißt du für deine Zukunft, damit du eine Stabilität in dein Leben kriegst“ zu der Frau gemacht, die du heute bist?

Susanna:
Also prinzipiell von meinem Vater Ratschläge anzunehmen ist für mich weit entfernt, da ich zu meinem Vater ein sehr schwieriges Verhältnis habe. Ich hatte über 30 Jahre keinerlei Kontakt mit ihm. Man kann jetzt nicht als Mann oder als Vater irgendwelche Ratschläge geben, wenn man das Kind jetzt gar nicht mit aufgezogen hat und nichts dazu beigetragen hat. Er war an der Zeugung beteiligt, aber hat sich leider nie als Vater nützlich gemacht. Auch jetzt nicht dahingehend, dass ich mich bei ihm ausheulen könnte oder eine starke Schulter hätte. Mein Vater hat leider immer den bequemen Weg gesucht und denkt leider nur an sich. Man darf dabei nicht vergessen, aus welcher Gesellschaftsschicht er kommt, aus welcher Erziehung. Das spielt immer eine große Rolle.
Ich finde nicht, dass man nur dann ein Leben hat, wenn man eine Ehe führt und ein Kind hat. Das soll jeder Frau bitte selbst überlassen sein. Sie ist nicht minder Frau, wenn sie nicht heiratet oder keine Kinder kriegt. Als konservativ gestrickter Mensch, möge man bei mir gar nicht glauben, aber es ist so, sind mir schon gewisse Werte und ethische Dinge sehr wichtig. Mir sind der respektvolle Umgang, eine gewisse Wertschätzung und Höflichkeit den anderen gegenüber sehr wichtig. Von meinem Vater habe ich schon diverse Ratschläge und lauter Blödsinn gehört. Das geht bei einem Ohr bei mir rein und beim anderen wieder raus. Ich muss auch sagen, dass sich unser Kontakt sehr dezimiert hat, also ich wüsste auch gar nicht, worüber ich mit ihm reden soll.

Patrizia:
Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr fühlst du dich in deiner jetzigen Beziehung angekommen?
Susanna:
Einen Punkt gibt es noch der fehlt, also würde ich sagen, wir sind bei einer 9. Der eine Punkt hat mit der beruflichen Situation zu tun. Die Corona Umstände machen dies nicht unbedingt leichter. Es sind diese typischen Existenzängste. Felix bewirbt sich jetzt auch bei verschiedenen Firmen in der Forschung etc. Solange wir nicht wissen, wo er landet, bin ich schon etwas unrund. Er hingegen bleibt immer chillig, aber ich werde schnell ein bisschen unrund.
Patrizia:
So wir sind jetzt nun am Ende. Bitte vervollständige die letzten Phrasen vom Blitzlicht.
Ich wollte schon immer mal auf der Bühne stehen mit

Susanna:
(Pause) Elizabeth Taylor, aber leider ist sie schon tot.

Patrizia:
Das Glas ist

Susanna:
(Pause) schön.
(Gelächter)

Patrizia:
Ich liebe es,

Susanna:
gut zu essen

Patrizia:
Ich verachte, wenn Menschen

Susanna:
grausam sind
Patrizia:
Womit ist Susanna Hirschler bestechlich?

Susanna:
Mit Geld (lacht)

Patrizia:
Was ist dein Lebensmotto?

Susanna:
Nicht aufgeben. Sei wie du bist. Lebe dein Leben intensiv. Du hast nur dieses eine Leben.

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