JUST IN CASE!  Prävention und Hilfe

 

Die Anzeichen sind meistens da, sie werden nur nicht wahrgenommen, wollen nicht wahrgenommen werden oder aber dem Glauben „Wahrscheinlich übertreibe ich“ zugeschrieben.

Sie passiert nicht von einer Sekunde auf die andere, meist ist sie ein sich einschleichender Prozess. In den meisten Fällen sind Frauen und Kinder davon betroffen. Frauen brauchen Schutz und Hilfe in solchen Situationen und natürlich brauchen Kinder einen ganz besonderen Schutz. Die Mutter die oft selbst misshandelt wird und sich deshalb nicht um Hilfe fragen traut aus Angst wieder verprügelt zu werden, fühlt sich oft zu schwach, das Kind zu schützen oder verhält sich aus Angst ruhig. Doch die Mutter muss in Aktion kommen muss sich für sich und ihre Kinder Hilfe holen.

Allerdings betrifft häusliche Gewalt nicht nur Mütter sondern auch Frauen ohne Kinder. Die Anzeichen sind schon vorher da und es beginnt meist nicht mit physischer Gewalt sondern mit psychischer. Zu Beginn einer Beziehung ist da natürlich der Rausch der Hormone, das Pärchen ist verliebt und das was an ersten Anzeichen kommt, wird im Hormonrausch der Verliebtheit übersehen. Nach einiger Zeit beginnen die verbalen „kleinen“ und später auch die größeren Angriffe. Natürlich verspricht der Partner Besserung und bereut scheinbar. Dabei kann es schon vorkommen, dass er der Partnerin die Schuld gibt: Du bist Schuld, hättest du dich nicht so verhalten, hätte ich dich nicht anschreien müssen und später …„schlagen“ müssen. Die Beziehung steht unter ständiger Spannung. Seine Angriffe werden häufiger, heftiger und intensiver, verbal als auch die körperlichen Übergriffe.

Ein paar mögliche Anzeichen:

Der Partner ist eifersüchtig -über das normale Maß hinaus
Er kontrolliert die Frau und versucht sie vom sozialen Umfeld zu isolieren
Fragt mit wem sie sich getroffen hat, gesprochen hat….
Er macht ihr Verhaltens- oder Kleidervorschriften
Will Telefonate, Sms usw. weiter sehen, checkt das Handy oft heimlich, oft wird Spyware installiert (Ortung)
Er macht sie runter, beschimpft, beschuldigt und stellt sich selbst als Opfer von ihr da……
Demütigungen

Im NOTFALL rufen Sie sofort den Polizeinotruf an: 110
Machen Sie folgende Angaben:
Name/Adresse
Was ist passiert – kurz: Bsp: Er prügelt mich
Täter anwesend oder nicht, hat er Waffen, ist bewaffnet….
Bitten Sie das sofort jemand kommt.
Sollte das möglich sein, bringen Sie sich bei Nachbarn in Sicherheit

Wenn kein Notfall vorliegt z.B.:
UNBEDINGT! Gewalt darf keinen Nährboden finden, Sie tragen die Verantwortung für sich und wenn vorhanden auch für die Kinder!
Frauen-HelpLine: 0800 222 555

Es gibt immer Hilfe und Schutz!

Patricia Staniek
Kriminologin, Certified Master Profiler

Foto: Pixabay

Was machen die Maßnahmen wie z.B. Social Distancing mit den Menschen? Wir hier in Österreich erleben die größte Krise seit dem 2. Weltkrieg. Das führt mich zu einer Beobachtung! Beobachtung ist meine Arbeit und ich bemühe mich, meinen eigenen Anteil aus meiner Beobachtung draußen zu lassen und schaue hin wie auf ein Experiment. Der Einschnitt in das Leben der Menschen stellt sich brutal und radikal dar. Zumindest ist es das, wie es durchaus erlebt und empfunden wird.
Ich habe heute Menschen kostenfrei im Bezug auf diese Ausnahmesituation beraten. Das was ich heute erlebt und beobachtet habe, hat mich dazu angeregt, dies zu verfassen.

Wir Menschen haben ein Bedürfnis nach sozialem Leben, nach Gesellschaft. Dieses Bedürfnis wird jetzt aus erklärbaren und verstehbaren Gründen unterbunden. Die Auswirkungen dieses Einschnitts sind jetzt schon im Ansatz erkennbar. Aus dem Verhalten der Menschen im öffentlichen Raum als auch in Social Media.

Die Gefühlswelt gerät ins wanken. Sorgen, Ängste und Panik treten auf. Im Moment noch in geringer Form. Vielfach wird auch Hilflosigkeit erlebt und geht über zu Anspannung, Erregung bis hin zu Trotz –ich mach was ich will – ich geh raus- ich lass mich nicht einsperren.

Menschen nehmen solche Situationen oft undifferenziert wahr, die Welt ist nicht mehr bunt – sie wird nur mehr als „schwarz“ wahrgenommen. Es geht über in Orientierungschwankungen im eigenen Urteil – was soll ich glauben, was stimmt oder was stimmt nicht? Verschwörungstheorien geben irrationalen Gedanken Raum. Man kann sich auf nichts anderes konzentrieren und blendet Lösungen und Handlungsmöglichkeiten aus. Der Fokus des Menschen stellt sich um auf „Scheuklappe“.

Krisen schaffen es, wenn Menschen nicht gut auf sich und andere achten, eine große Desorientierung in die Köpfe zu bringen. Weitere Begleiterscheinungen können aggressives Verhalten, Rebellion oder aber auch kompletter sozialer Rückzug, Abschottung und Depression sein.

Häufig verändert sich auch der Umgang mit sich selbst, das Ess- und Trinkverhalten eskaliert, Routinen gehen verloren, Ersatzhandlungen werden durchgeführt. Abgesehen von körperlichen Beschwerden, können auch psychische Probleme auftreten. Im extremen Fall kann es zu Vandalismus und Plünderungen kommen.

Ich möchte keine Angst machen, ich möchte Verhalten aufzeigen und gleichzeitig Hinweise geben, wie Sie in dieser schwierigen Zeit gut über die Runden kommen können, wenn Sie entscheiden, dass Sie das wollen.

Wie kommt man gut durch so eine Krise:

1.) Bleiben Sie wachsam, aufmerksam und gleichzeitig souverän.

2.) Achten Sie auf Ihre Psychohygiene – kümmern Sie sich um sich.Schützen Sie sich bitte, machen Sie alles um psychische oder physische Gefahren bei sich auszuschalten. Und schützen Sie auch die Menschen die um Sie sind.

3.) Machen Sie sich klar, wie Ihre Gefühlswelt ist und was sich bei Ihnen persönlich innerlich abspielt und akzeptieren Sie die Situation.

4.) Suchen Sie positive Kontakte von Menschen welche die Dinge objektiv betrachten und lassen Sie sich nicht runterziehen. Vermeiden Sie Menschen die Ihnen Angst machen, hören oder lesen Sie keine Verschwörungstheorien, versuchen Sie immer die Fakten und die aktuelle Lage zu erfassen und überprüfen Sie Informationsquellen. Gehen Sie auch selektiv vor was Ihre Kontakte in Social Media betrifft. Auch hier sollten Sie Beiträge die Ihnen nicht gut tun, nicht lesen. Drüber scrollen hilft.

5.) Achten Sie auf Ihre psychische und physische Gesundheit.
Eine stabile Psyche ist wichtig.

6.) Auch in den eigenen 4 Wänden, auch im kleinsten Raum gibt es Bewegungsmöglichkeiten. Sorgen Sie dafür das Sie körperlich fit bleiben und bleiben Sie auch geistig fit.

7.) Bauen Sie sich innerliche Stärke auf bzw. wenn Sie diese ohnehin haben, achten Sie darauf, dass Sie sie behalten.

8.) Regen Sie sich bitte nicht über Kleinigkeiten auf und bleiben Sie auch bei Großigkeiten ruhig.

9.) Wenn Sie Aggressionen in sich verspüren, setzen Sie sich damit auseinander und tun Sie alles um diese loszuwerden. Es ist eine Entscheidung, Ihre Entscheidung, ob Sie diese wachsen lassen oder auflösen, in dem Sie sie hinterfragen und etwas dagegen tun.

10.) Behalten Sie Routinen bei oder schaffen Sie Routinen. Ein geregelter Tagesablauf hilft und stärkt. Schaffen Sie sich Rituale für Sie und ihre Lieben und lassen Sie sich nicht gehen.

11.) Bleiben Sie zuversichtlich und suchen das Positive an der Situation, denn das Beschränken auf das Notwendigste, die Zeit mit der Familie, oder auch mal das alleine , kann eine Qualität bieten.

12.) Wenn Sie merken dass Sie aggressiv oder gewaltfähig werden, nehmen Sie Hilfe in Anspruch, diese ist kostenfrei sichergestellt.

13.) Sollte jemand Ihnen gegenüber Gewalt ausüben, holen Sie sich ebenso Hilfe.

BITTE BLEIBEN SIE SOUVERÄN, ACHTEN SIE AUF SICH UND ANDERE UND KOMMEN SIE GUT DURCH DIESE ZEIT!

Ihre Patricia Staniek
Kriminologin, Certified Master Profiler

Teil 2:
Einige mögliche Merkmale von Psychopathen!
 
Bitte gehen Sie vorsichtig mit diesem Begriff um und verwenden Sie ihn nicht inflationär. Diese Auswahl an möglichen Hinweisen für psychopathische Stile soll Ihnen lediglich als Richtlinie dienen. Die Diagnose oder Zuweisung des Begriffes obliegt nicht Ihnen sondern einem Psychologen, Psychiater oder Therapeuten. Sollten Sie solche Stile bei jemanden bemerken und Sie sind die leidende Person oder Sie erkennen das Leiden von Jemanden, wenden Sie sich an einen Professionisten der Ihnen gerne hilft.
 
a) Psychopathen agieren und ziehen die Fäden geschickt im Hintergrund.
b.) Psychopathen sind per se keine Serienmörder und man trifft sie nicht nur im Gefängnis
c.) Psychopathen treten auch im Business auf, oft in sehr hohen Positionen.
d.) sie Verhalten sich durchaus charmant – (gespielt)
e.) sind meist sehr intelligent
f.) setzen andere gezielt für Ihre Zwecke ein
g.) sind sehr manipulativ
h.) demütigen andere Menschen mit grosser Freude
i.) spielen anderen Gefühle vor, sind grundsätzlich sehr kalt
j.) bei Angriffen werfen sie den Ball mit doppelter Wucht retour – rächen sich
k.) verfügen nicht über das gleiche Emotionssystem wie ein „Normaler“
l.) sie verfügen über frühentwickelte Emotionen wie z.B. Ärger und Freude
m.) Sie empfinden wenig Angst, sind daher extrem risikobereit und stressresistent
n.) zeigen sich oft einfühlsam um zu manipulieren, sind aber nicht einfühlsam
o.) sind nutzenorientiert
p.) sind machtorientiert
q.) Mensch ist nicht Mensch, Mensch ist Objekt-Objekt bringt Nutzen ….
 
Es gibt Menschen mit psychopathischen Anteilen und es gibt tatsächliche psychopathische Persönlichkeitsstörungen.
 
Ihre Patricia Staniek
Certified Master Profiling, Kriminologe, Unternehmensberater, Executivecoach, Fachvortragende

Bitte Vorsicht, stellen Sie keine Diagnosen und schreiben Sie niemanden als Psychopath fest. Der Psychologe diagnostiziert. Doch was Sie tun können ist das Verhalten von Menschen zu beobachten, gerade von denjenigen Menschen deren Verhaltensrepertoire von dem abweicht was man landläufig als „Normalwert“ bezeichnet und grade Sie oder Umfeld es zu spüren bekommen.

Der psychopathische Persönlichkeitsanteil-/stil bzw. Persönlichkeitsstörungen findet seine Ursache vermutlich schon in der Biologie. Was ist Anlage, also biologisch mitgegeben und was entsteht durch Umwelt, bzw. in der Art und Weise wie jemand jemand aufgewachsen ist?

Die psychopathische Persönlichkeit agiert im Background. In der Öffentlichkeit lässt sich sein psychopathisches Verhalten meist nicht erkennen. Er weiss es zu verbergen. Der Psychopath verfügt über ein anderes Emotionssystem. Frühentwickelte Emotionen wie z.B. Ärger und Freude sind funktional, über diese verfügt der Psychopath. Aber z.B. sein Angstempfinden scheint vollkommen anders oder nur teilvorhanden zu sein. Sie sind also nicht leicht zu ängstigen und verlieren relativ schwer die Nerven. Bevor ein Psychopath die Nerven schmeißt, haben alle anderen schon das sinkende Schiff verlassen. Deshalb sind Psychopathen z.B. im Business mit hohem Risiko unterwegs. Ein Risiko welches jemand mit normalem Angstempfinden hat, nie eingehen würde. Tiefe Gefühle sind ihnen also fremd. Bereits als Kinder bemerken Sie schon das andere Emotionsverhalten ihrer Mitmenschen und beginnen es exzellent nachzuspielen. Und weil sie das können bleiben Sie in der Öffentlichkeit oft unentdeckt. Ihre Fähigkeit des Kopierens des Emotionsverhaltens bzw. Handlungsverhalten der Anderen hilft Ihnen vollkommen authentisch auf der Schauspielbühne des Businesslebens zu stehen und Menschen zu manipulieren. Machtgier und Demütigung von anderen ist etwas was den Psychopathen ausmacht.

INTERVIEW MIT DER TATORTREINIGERIN CLAUDIA KETTNER (CK)
Geführt von: Andreas Fritsch, Martina Fritsch, Christian Mikula, Britta Teutsch – Certified Profiler: Methode Profiling PScn in Ausbildung

Wie kamen Sie zu dieser Arbeit?

CK: Lange Geschichte, ich habe mit einer Gebäudereinigungsfirma gestartet und wir haben auch immer Räumungen und Entrümplungen gemacht, und da bin ich durch Zufall zu Messie-Wohnungen gekommen. Das ist mittlerweile ein großes Thema, welches wir sehr oft haben. Einmal hatte ich eine Messie-Wohnung mit einer Leiche drin. Also, das schlimmste, was einem glaube ich, passieren kann. Die Dame ist da 3 Monate drinnen gelegen, man kann sich vorstellen, dass das ziemlich spannend war. Das hat mir dann, das klingt zwar jetzt etwas krank, aber das hat mir dann so gefallen, speziell die Schwierigkeit an dieser Arbeit hat mich dann sehr fasziniert. Denn das ist schwierig, das ist richtig schwierig, sowas wieder hinzubekommen. Und dann habe ich die Zusatzausbildung gemacht, und habe mich darauf spezialisiert.

 

Was ist das für eine Zusatzausbildung, die Sie machen mussten?

CK: Ich bin Denkmal-, Fassaden-, und Gebäudereinigungsmeisterin, sowie zertifizierte Tatortreinigerin. Die Ausbildung habe ich im März 2018 abgeschlossen.

Ich bin selbstständig und führe ein Unternehmen mit jetzt 16 Mitarbeitern die draußen sind, und einer Sekretärin im Büro.

 

Was genau reinigen sie alles?

CK: Mein Auftrag ist es, die Wohnung wieder bewohnbar zu machen, das heißt, je nachdem was ich dort vorfinde. Wo und wie ist die Person gestorben, das ist immer anders. War es ein Selbstmord, oder wenn jemand im Bett stirbt, und schnell gefunden wird, ist es eine schöne Arbeit. Wenn sich jemand mit einer Waffe selbst richtet ist es schlimm, weil dann ist es oft so, dass man aus der Wand Teile rausstemmen muss. Je nachdem, auch wie lange die Leiche dann liegt ist ein Thema, gibt es Schädlingsbefall, das ist ganz unterschiedlich. Wir haben oft auch Wohnungen, welche wir komplett aushöhlen müssen, weil durch die Leichenflüssigkeit und die Liegezeit die Böden kaputt gehen. Der Untergrund ist dann auch oft kontaminiert, auch hier muss dann gestemmt werden. Das ist nicht nur reinigen, das ist oft sehr viel mehr, da muss man schon fast Handwerker sein.

 

Gibt es eine Zusammenarbeit mit Kriminaltechnikern, die ja auch Gegenstände hinterlassen?

CK: Genau, wir arbeiten mit der Polizei zusammen und mit Notaren, bzw. Rechtsanwälten. Wir werden dann auch oft weiterempfohlen. Denn wenn einfach jemand verstirbt, ist es ja nicht gleich ein Tatort. Und hier werden wir dann durch Polizei oder eben Rechtsanwälte empfohlen. Wir sind auch mit dem Gemeinden vernetzt, die auch unsere Broschüren weitergeben. Manche finden uns auch im Internet, und rufen dann einfach an.

 

Gibt es Anblicke die Ihnen widerstreben? Was ist Ihnen am meisten zuwider?

CK: Nein, mittlerweile nicht mehr. Das einzige, dass ich schlimm finde ist nicht der Anblick, sondern das Menschen lange unbemerkt in ihren Wohnungen liegen, das ist für mich persönlich das schlimmste. Dass es so wenig Interesse an einem Menschen gibt, dass der oft wochen- oder monatelang vor sich hin verwest.

 

Wissen Sie um welchen Fall (z.B. aus den Medien…) es sich gerade handelt, bzw. werden sie vorinformiert?

CK: Egal was man rundherum hört, ich möchte die Informationen vom zuständigen Beamten aus erster Hand hören. Denn man muss immer vorher wissen, war die Person krank? Und mich interessiert der Hintergrund der Umstände. Ich möchte schon wissen, was ist passiert, aber es wird einem ohnehin gesagt, wenn man zum Ort des Geschehens kommt.

 

Wie reagieren Menschen darauf, wenn Sie von Ihrer Arbeit erzählen?

CK: Unterschiedlich. Manche sind fasziniert, manche sind schockiert, manche halten mich für krank. Das ist sehr bunt gemischt.

 

Welche Berufskleidung tragen Sie, bzw. reinigen sie in steriler Kleidung?

CK: Wir tragen einen Vollschutzanzug, der flüssigkeits- und luftundurchlässig ist, man kann sich das so vorstellen, als wäre man in einem Plastiksack drin. Dann noch schnittfeste Gummistiefel mit Stahlkappe. Und noch eine Gesichtsmaske, also ich sehe aus wie eine Mumie mit Maske, komplett vermummt.

 

Wird ein Tatort unter behördlicher Aufsicht gereinigt?

CK: Nein, ich komme immer erst, wenn alles abgeschlossen ist. Es kann zwar sein, dass ich mich vor Ort mit einem Beamten treffe, um etwas zu besprechen, aber grundsätzlich bin ich allein. Wenn es draußen, im öffentlichen Raum ist, was sehr selten der Fall ist, dann sind die Behörden vor Ort, aber in abgeschlossenen Räumen gibt es keine Notwendigkeit dafür.

 

Wenn Sie noch etwas finden, womöglich tatrelevante Gegenstände, haben sie die nötigen Mittel, um diese aufzubewahren?

CK: Das hatten wir tatsächlich schon, dass wir Munition, Hakenkreuze oder ähnliche Dinge gefunden haben. Die werden dann von uns in verschließbare Plastiktüten gepackt, fotografiert und den zuständigen Beamten weitergeleitet. Das kommt allerdings nicht sehr häufig vor.

 

Reinigen Sie den Tatort mit handelsüblichen Haushaltsgeräten und wie wird der Müll entsorgt?

CK: Das ist Sondermüll, welcher verbrannt wird. Der kommt auf eine Deponie, wir arbeiten hier mit der Energie AG zusammen, dort geben wir den Müll ab. Also fachgerecht entsorgt.

Wir verwenden, unter anderem, natürlich einen Staubsauger, aber nicht das klassische „Hausfrauenmodell“, sondern Industriereiniger, welche man in einem Baumarkt kaufen kann. Das wichtigste ist ein Nass-/Trockensauger, denn wenn man viel Blut zu entfernen hat, muss man das ja auch irgendwie wegbekommen.

 

Führen Sie ein Reinigungsprotokoll?

CK: Wir machen immer Vorher-Nachher Fotos, um alles zu dokumentieren. Primär um mich zu schützen, man weiß ja nie, mit wem man es zu tun hat. Es wird dann der Ablauf dokumentiert, welche Arbeiten durchgeführt wurden. Das wird dann auch abgegeben und unterzeichnet. Bei privaten Auftraggebern ist das manchmal schwierig, da diese oft unter Schock stehen. Sollten Reklamationen, in welcher Art auch immer sein, komme ich natürlich dafür auf. Was aber, Gott sei Dank, noch nie passiert ist.

 

Geben Sie in letzter Instanz die Freigabe für einen Tatort?

CK: Richtig. Wenn ich rausgehe, dann ist die Wohnung, das Haus wieder für die Allgemeinheit zugänglich. Ohne Gefahr zu laufen, sich irgendwelche Krankheiten zu holen.

 

Sind Infektionsschutz, sachgerechte Desinfektion, Seuchenbekämpfung relevante Themen?

CK: Desinfektion ist natürlich ein Thema, das ist klar. Seuchenschutz, so etwas schlimmes war noch nie ein Thema in meiner bisherigen Tätigkeit. Ich habe mir allerdings einmal selbst eine Lederhautentzündung eingefangen, weil ich die Maske, aufgrund der Hitze, kurz abgenommen habe. Dabei ist mir ein Tropfen irgendeiner Flüssigkeit ins Auge gekommen, und ich habe eine ganz schlimme Entzündung dadurch bekommen. Das hat mich sehr geschockt, denn das sind Gefahren, die man nicht sieht.

Seitdem nehme ich die Maske während der Arbeit nie mehr ab.

 

Gab es Aufträge, bei welchen die Arbeit aufgrund von nicht aushaltbaren Gerüchen, Substanzen, Situationen etc. abgebrochen werden musste?

CK: Nein, bis jetzt ist das nicht passiert. Auch wenn es noch so ekelerregend war, hatte ich das immer im Griff.

 

Wird selbst solch ein Job irgendwann zur Routine?

CK: Wirklich Routine eher nicht. Sicher behandelt man viele Situationen aus der Erfahrung heraus routinierter, das ist wie in jedem Beruf. Jeder Mensch ist anders, jeder stirbt anders, es ist nie vergleichbar, es ist immer anders.

Es wird immer leichter, je öfter man etwas gemacht hat, umso leichter kann man damit umgehen. Umso schneller findet man eine gute Lösung. Aber Routine im klassischen Sinne wird es nicht, da immer Schicksale dahinter sind. Es ist der Tod, es ist das Ende. Das ist das eigentlich beunruhigende dahinter.

 

Stumpft man ab?

CK: Sicher. Wir können mittlerweile während der Arbeit lachen, das konnten wir zu Beginn nicht. Da waren wir irgendwie unter Strom, wir waren nervös, es war anders. Aber jetzt haben auch Spaß, auch wenn es komisch klingt. Ja, man stumpft sicher ab. Mich schreckt so leicht nichts mehr. Andere sagen, so schlimm, dann gehe ich rein und denke mir, naja, ok…

 

Es sind ja hier Schicksale, um die es geht. Fällt es ihnen schwer, durch das Räumen, Teile eines Lebens sozusagen „auszulöschen“?

CK: Es sind ja oft nur Teile von Örtlichkeiten, welche von uns gesäubert werden, nicht immer die gesamte Wohnung, oder das gesamte Haus. Oft räumen die Angehörigen den Rest der Räumlichkeiten aus. Natürlich haben wir auch Fälle, wo es dann heißt, das ganze Leben eines Menschen wird in einen Container geworfen. Das ist aber durchaus normal, das gehört dazu.

 

Bekommt man als Tatortreiniger die Hintergründe der Umstände mit?

CK: Ja, da sind oft sehr interessante Geschichten dahinter. Man muss ja alles angreifen, und da finden sich ja oft sehr persönliche Dinge. Seien es die Liebesbriefe von früher, die Kontoauszüge, wir haben ja alles in der Hand. Man findet Sado-Maso Verstecke, es kommt einem viel unter. Man sieht ALLES. Manchmal ist es auch durchaus lustig…

 

Wie trennt man die Bilder aus dem Beruf vom Privatleben?

CK: Ich schaffe das leicht, mir tut das gar nichts. Wenn ich zu Hause bin, bin ich zu Hause, mir ist das egal. Ich habe aber durchaus Mitarbeiter erlebt, die Alpträume bekommen haben, die ich dafür nicht mehr einsetzen konnte. Für mich war das schwer nachzuvollziehen, weil ich dieses Thema gar nicht habe.

Werden einem Tatortreiniger im Gespräch mit Bekannten, Freunden… oft Fragen zum Job gestellt?

CK: Ja, manche möchten Fotos sehen, das ist eh klar, der einzige, mit dem ich wirklich darüber rede, ist mein Lebensgefährte. Aber sonst ist das kein Gesprächsthema, wenn man bei einem Kaffeekränzchen zusammensitzt.

 

Wovor ekeln Sie sich?

CK: Ich hatte das jetzt zweimal, und ich habe mich über mich selbst geärgert. Es gibt Menschen die kacken so lange in ihre Toilette, bis sie übergeht. Das waren beides Messie-Wohnungen, und da hat es mich geekelt, beide Male. Das ist noch gar nicht so lange her, und das hat mich etwas irritiert, denn das kenne ich bei mir gar nicht. Ich weiß nicht warum, aber da dürfte in meinem Kopf etwas umschalten. Wir wollten das beide Male absaugen, aber da hat mir mein Sauger so leid getan, dass ich das mit einem Suppenschöpfer abgeschöpft habe. Vor allem, da waren auch Maden dabei, diese Kombination aus altem Kot, Maden, Urin, Klopapier, das ist schon sehr speziell. Es war eigentlich fast unerträglich, aber ich habe mich nicht übergeben müssen.

 

Was war für Sie die eindrücklichste Erfahrung im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit?

CK: Menschlich das schlimmste für mich war ein Vorfall auf einer Polizeistation, da ist ein Polizist auf der Toilette gestorben, der hatte einen Blutsturz, es hat sehr wild ausgesehen. Und da waren sehr viele Polizisten, es war auf der Landespolizeidirektion, es war schlimm, so viele Menschen, so viele Tränen, es war einfach schlimm. Es war nicht handlebar für mich. Weil so viele reden wollten, so viele Gefühle waren, und ich war allein dort.

 

Wie ist es, wenn Sie mit Angehörigen zu tun haben?

CK: Das ist schwierig. Da habe ich einige Zeit gebraucht, ich bin jetzt nicht der gefühlsduselige Mensch, aber da muss man sehr viel Fingerspitzengefühl haben. Die sind natürlich im Ausnahmezustand, jedes Wort muss auf die Waagschale gelegt werden, und jeder will reden, die Leute wollen immer reden. Das ist auch schwierig. Die erzählen einem ja oft die Lebensgeschichte. Das befreit, habe ich gehört, aber es ist mühsam für mich.

 

Haben Sie noch andere Beschäftigungen? Hobbies?

CK: Ich arbeite sehr gerne im Garten, ich züchte chinesische Seidenhühner, die mit der Frisur, die flauschigen. Das ist mein Hobby. Und mein Kind, mein Mann, aber es ist halt wenig Zeit dafür. Sehr wenig Zeit.

 

Bleiben Gerüche sprichwörtlich an Ihnen haften?

CK: Die Schutzkleidung, der Anzug und die Handschuhe werden natürlich entsprechend entsorgt, außer die Maske und die Gummistiefel, die werden desinfiziert. Nein, also es hat noch keiner gesagt, dass ich stinke, wenn ich nach Hause fahre. Bei Messie-Wohnungen habe ich allerdings schon öfter Geruch angenommen, aber natürlich nur bis zur Dusche, nicht durchgehend. Speziell ganz schlimme Kotgeschichten, die haften geruchsmäßig in den Haaren. Ich verwende aber keine speziellen Duschgels, das ich nicht notwendig.

 

Sie haben Familie, sprechen Sie mit Ihrer Tochter auch über Ihre Tätigkeit?

CK: Sie ist 14 Jahre alt, und sie ist interessiert. Natürlich fragt sie mich, aber ich erzähle ihr keine Details. Aber sie bekommt natürlich auch Telefonate mit, wenn ich wo hin gerufen werde. Dann stellt sie Fragen, und ich sage dann nur, ich muss zu einem Leichenfundort, Liegezeit drei Wochen, aber Fotos zeige ich ihr nicht. Das will sie zwar, aber das fände ich nicht gut. Das ist psychisch nicht gut für ein Kind. Ihre Mitschülerinnen, die Mütter ja eher uncool finden, finden meinen Job sehr cool.

 

Ist es vorgekommen, dass sich Freunde un Bekannte auf Grund Ihrer Tätigkeit von Ihnen abwenden?

CK: Das wäre mir nicht aufgefallen. Alle, die ich mag, reden noch mit mir, und der Rest ist mir egal.

 

Wem würden Sie ihren Beruf weiter empfehlen?

CK: Ich weiß nicht, schwierig zu sagen. Bei mir bewerben sich ständig Leute, angefangen vom Elektriker bis zum Buchhalter, weil sie glauben, das ist es jetzt. Aber diese Tätigkeit jemand zu empfehlen, ich weiß nicht. Man muss eine starke Psyche haben, geruchsunempfindlich sein, sehr belastbar sein. Ich glaube, man kann es nicht empfehlen, das muss man mögen, das muss man finden für sich.

 

Wie viel kostet eine Tatortreinigung?

CK: Ganz Unterschiedlich, das kann 700 Euro kosten, das kann auch ein horrender Preis sein, je nachdem, welche Arbeiten zu machen sind. Boden rausreißen, stemmen, ist es ein Haus, eine Wohnung, man kann das nicht pauschalieren. Auch hier ist es schwierig mit den Angehörigen über Preise zu reden.

 

Haben Sie Tipps, wie man mit der Emotion Ekel besser umgehen kann?

CK: Ich glaube einfach, unsere Gesellschaft ist allgemein ziemlich verweichlicht. Mich rufen ja sogar Leute, wegen einer stinkenden Biomülltonne an. Die können das selbstständig nicht mehr handlen. Und das ist keine Seltenheit. Aber Tipps, ich weiß nicht. Vielleicht einmal in der Woche an einem Hundehaufen riechen… [lacht].

Wenn etwas die Leute aus der Komfortzone bringt, dann rufen sie gleich wen an. Statt dass sie über ihren Schatten springen und sich sagen, heute schaff ich’s und spare mir obendrein Geld. Das sind ein paar Minuten Arbeit, die aber teuer sind, wenn man es so rechnet. Die Leute regen sich ja heutzutage schon auf, wenn der Bauer mit der Jauche aufs Feld fährt. Ich glaube, das wird nicht einfacher mit uns. Mit vielen von uns.

Auslöser ist meist nicht eine bestimmte erwiesene Aktion der Frau, meist reicht die Fantasie des Täters geprägt aus Angst, Wut, Scham vor dem erdachten, vermuteten, drohenden Verlust. Eifersucht, verletzte Eitelkeit, scheinbare Kränkung führt zu geplanten Taten aber vielfach zu Taten im Affekt.

Das Töten ist ein evolutionäres Phänomen. Menschen töteten um die Sippen zu schützen, um die Rivalen zu bekämpfen, Menschen führen Kriege um Besitz zu vergrössern, Macht zu multiplizieren usw.! Töten ist also ein Teil des Menschen der trotzdem nicht sein soll, nicht sein darf. Der Mensch kann entscheiden, es nicht zu tun.

Eifersucht, verletzte Eitelkeiten, Trennungsängste oder Trennungen sind Merkmale von Affekt-Femiziden die in der letzten Zeit passiert sind. Die mutmaßlichen Täter wurden erwischt oder haben sich gestellt.

Viele Frauen mit ihren Kindern brauchen Unterstützung um aus gewalttätigen Beziehungen herauszukommen. An diesen Unterstützungen muß wehement weiter gearbeitet werden.

Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Faktor!
Natürlich gibt es auch Männer die mißhandelt werden. Doch da dürfte einiges im Dunkelfeld liegen, denn wenige Männer zeigen an, dass sie von einer Frau mißhandelt werden.
Die Kriminalstatistik bestätigt, dass Tötungsdelikte mehr männlich sind und sich die Gewalt von Männern oft gegen die Frau richtet. Anders die Frau: Oft richtet die Frau die Gewalt gegen sich selbst, in dem sie leidet, Tabletten und Alkohol zu sich nimmt, oder sich selbstzerstörerisch verhält.

Hätte Sie ihn nicht Eifersüchtig gemacht, würde Sie noch Leben. Solche Aussagen höre ich dann oft. Auch wenn eine Frau einen Mann Eifersüchtig machen sollte, gibt es kein Recht auf Tötung – auch nicht im Affekt.

In den Medien bekommen die Täter enorme Aufmerksamkeit. Die Auseinandersetzung mit dem Femizid geht über den Täter. Jeder will wissen „warum“?

Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Opfer, auf die Betreuung und Begleitung des Subumfeldes der Opfer, auf Prävention. Denn verschärfte Strafen verhindern keinen Affektfemizid – Prävention und Aufmerksamkeit vielleicht schon.

Patricia Staniek
Certified Master Profiler
Criminologist

Opfernotruf: 0800/112 112
Frauenhelpline gegen Männergewalt: 0800/222 555

#opfernotruf #victimologie #mädchenaufklärung #frauenaufklärung #drohungenernstnehmen

GUTGLÄUBIGKEIT HAT KEINEN PLATZ IN SOCIAL MEDIA!
ROMANCE SCAMMER – psychologisch geschulte Herzensbrecher und Abzocker in Facebook. Linkedin & Co!
Aufgrund von immer wieder kehrenden Hilferufen von Privatkunden, greife ich dieses Thema hier auf und ermahne zur Vorsicht. Der Offizier aus den USA, Witwer mit Kind und Hund ist meist kein Offizier aus den USA. Der Witwer aus London oder auch die Witwe sind keine und haben auch keinen Landsitz. Die Ölbohrinsel gibt es, nur diesen Menschen der dort Ingenieur ist und geschieden – den gibt es nicht. Fotos des Schreibers sind gefaket, genauso wie die von Haus, Boot, Auto, Kind und Hund.
Mit strategischer Vorgangsweise – Fishing der Zielperson, inkludiertem Lovebombing wickeln Romance Scammer Menschen um den Finger und machen diese Menschen in sich verliebt.
Sie gehen in denselben Schritten vor wie ich es für Psychopathen oder manchenNarzissten beschreibe:
Nach dem durchgeführten Fishing der Zielperson, beginnt die Turteln mit Tarnen und Täuschen (lügen, lügen, lügen) – und danach die Testingphase. Vorher schrieb er/sie ständig an- plötzlich ist Traummann/Traumfrau nicht erreichbar. 1 Tag nicht – 4 Tage nicht – 1 Woche nicht. Die verliebte Person rotiert zwischenzeitlich und ist ihren Emotionen ausgeliefert.
Irgendwann wenn der Scammer meint, die Person leidet richtig – dann meldet er sich wieder. Nach anfänglichen Vorwürfen, glaubt die verliebte Person alles was er ihr so an Ausreden inkl. Lovebombing auftischt. Und er weiss…sie hängt an der Angel.
Nun der nächste Schritt – er kommt zu ihr. Juchu, er besucht sie. Niemals wird er sie besuchen, denn er wird z.B. auf dem Weg zum Airport einen Unfall haben und kein Geld um anzureisen. Und dann beginnt das finanzielle Spiel: Sie/Er überweist, damit der Ferngeliebte anreisen kann oder die Krankenhausrechnung bezahlt werden kann. Die Forderungen werden immer mehr und irgendwann gibt es auch keine romantischen Nachrichten mehr. Aus und vorbei!
Was steckt dahinter? Z.B. professionelle nigerianische Organisationen. Dem Schreiber bleibt ein bisschen Geld, der sitzt meist unter einer Zeltplane, ausgestattet mit Laptop und vielen anderen oder in alten Gebäuden mit vielen anderen Scammern und verdient so sein Geld um die Familie zu ernähren – Abgezockt wird von denen dahinter.
Gestern kontaktierte mich klugerweise eine Privatkundin, weil sie drauf und dran war € 10000,– einzahlen wollte, aber doch ein eigenartiges Gefühl hatte. Nach einem Blick auf das Profilfoto war es mir schon klar, klar-  was ich ohnehin schon vermutet hatte. Sie saß einem Romance Scammer auf. Was zurückbleibt ist der Liebeskummer, Trauer und Schmerz. Die 10000,– sind der Dame in diesem Fall geblieben. Eine andere Dame aus Tirol hat vor Kurzem 28.000,– hingeblättert- auf  Nimmerwiedersehen.
Also Vorsicht bei solchen Texten z.B.:
I acrossed your profile, I saw your beautiful smile…
Noch nie habe ich so ein wunderschönes Lächeln gesehen…
Wow, du bist wunderschön. Ich glaube ich bin jetzt schon verliebt in dich….
Blockieren Sie solche Schreiberlinge und Abzocker sofort. lassen Sie sich auf keinen Dialog ein. Wenn Sie sich unsicher fühlen, fragen Sie mich einfach. Und wenn Sie schon Geld überwiesen haben, gehen Sie bitte zur Polizei.
Ihre Patricia Staniek
Profiler/Kriminologin
 
Foto: Pixabay

SO WIRD KRITIK LEICHTER GENOMMEN 

Bevor Sie kritisieren überlegen Sie sich genau, was tatsächlich Ihre Kritikpunkte sind. Geben Sie Ihr Feedback oder Ihre Kritik möglichst zeitnahe am störenden Verhalten.

 

VERHALTENSWAHRNEHMUNG

Ich nehme etwas wahr, das mich kränkt, stört, irritiert oder aufregt.
Ich trenne die Person von ihrem Verhalten.

Ich spreche NICHT die Person oder ihre Charakterzüge an, sondern ihr Verhalten.

Ich formuliere, was ich wahrgenommen habe in einer „ICH, MIR, MICH, MEINE, MEIN..“ Sprache und vermeide das auf die Person gerichtete „DU bist..hast..!
Ich bleibe angenehm in der Stimme, aber faktisch, konkret und klar in meiner Aussage.

 

AUSWIRKUNG

Die Auswirkung dieses Fremd-Verhaltens auf mich! Ich erkläre meinem Gegenüber auch, was die Auswirkung seines Verhaltens auf mich ist. Und spreche wenn ich es für passend halte, meine Emotion oder meine Gedanken zur Sache an.

 

LÖSUNGSWUNSCH
Ich formuliere was ich möchte, will, erwarte, brauche oder wünsche…

Am Ende des Gespräches sollte eine Einigung stehen. Wer macht was, wann, wie oder wann nicht mehr!

 

Ein Beispiel:
Mich stört deine Lautstärke beim Telefonieren.
Das hat für mich zur Folge, dass ich mich beim Arbeiten nicht konzentrieren kann und abgelenkt bin.
Ich bitte dich, dass du etwas leiser sprichst!

 

Und ein 2. Beispiel:

Mich ärgert die Art und Weise in der du gestern beim Meeting mit mir gesprochen hast. Ich habe das Gespräch sehr abwertend und untergriffig mir gegenüber empfunden. Das hatte die Folge, dass ich verärgert und demotiviert an die neue Aufgabe herangegangen bin. Ich möchte meine Aufgaben mit Engagement und Freude erledigen.

Deshalb möchte ich, dass du mit mir in ruhigem Ton und sachlichen Argumenten sprichst.

Herzlichst Ihre Patricia Staniek
Int. Consulter, Profiler, Kriminologe,
Executivecoach, Speaker, Buchautor

 

Welcher Schüchterne oder introvertierte Mensch hat nicht schon oft gehört: „Sei nicht so schüchtern“, oder „Du musst mehr aus dir raus gehen“. Muss er das wirklich? Oder darf er, wenn er will!

Von der äußerlichen Beobachtung her, ist der Unterschied oft gering oder nur wenig erkennbar – auf den ersten Blick. Was spielt sich innen ab bei der introvertierten oder schüchternen Person.

Ein Beispiel für Schüchternheit:
Eine Frau besucht ein Seminar. Sie hat es geschenkt bekommen – der Ehemann will, dass sie danach ein bisschen mehr aus sich rausgeht. Sie würde natürlich gerne die anderen Seminarteilnehmer kennenlernen, traut sich aber nicht. Wer weiss was dann passieren würde, wer weiss was die dann über mich denken. Solche Gedanken sind oft im Kopf von schüchternen Menschen. Anstatt sich dem zu stellen, weichen sie aus.

Ein Beispiel für Introvertiertheit:
Ein Mann besucht dasselbe Seminar. Er fühlt sich in seiner Zurückgezogenheit und seinem Verhalten absolut wohl. Er kennt seine Außenwirkung und seine Stärken. Einzelkontakte und Einzelgespräche sind ihm lieber als in der Gruppe das Wort zu führen.

Viele schüchterne Menschen wünschen sich selbst, mehr Kontakte zu bekommen, doch ihre Ängste hindern sie daran. Die Ängste sind grösser als der Wunsch. Schüchternheit ist ein angelerntes Verhalten und deshalb auch veränderbar.

Schüchtern sein ist also ein angelerntes Verhalten. Irgendetwas hat dazu geführt- meist im frühen Kindesalter. Schüchternheit fühlt sich für den Schüchternen sehr oft hemmend an. Das soziale Andocken fällt solchen Menschen sehr schwer. Der Schüchterne vermeidet Situationen die ihm Angst machen und fürchtet die Bewertungen von anderen Menschen, wie der Teufel das Weihwasser. Der Schüchterne passt sich lieber an und gibt oft nach, damit er Auseinandersetzungen vermeiden kann. Vor allem ist es wichtig, dem Schüchternen zu vermitteln, dass er OK ist und sich entwickeln darf wenn es für ihn passt.

Der Extrovertierte gibt oft seine klugen Sprüche ab: Geh raus. Rede mit den Leuten. Tu dies oder das“. Wenn der Schüchterne das könnte, würde er es tun. Für den Schüchternen ist im Coaching eine sanfte Vorgangsweise zielführend. Sehr erfolgreich arbeite ich im Coaching mit Schüchternen vorerst nur über Haltung, Gang, Stand. Denn unser Geist ist mit unserem Körper verbunden. Unser Körper kommuniziert mit dem Gehirn und umgekehrt. Das stärkt den Schüchternen auf sanfte und sichere Weise. Es darf in seinem Tempo passieren. Er wird wachsen und sich entwickeln können.

Die Introvertiertheit ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Diese Menschen sind gerne bei sich. Sie fühlen sich im Trubel unwohl und wenn dieser Trubel zu viel wird, ziehen sie sich gerne wieder zurück. Trubel kostet dem Introvertierten seine Energie. Introvertierte Menschen nutzen Ihre Introvertiert sehr oft durch ihre Stärken. Sie gehen ruhig und bedacht vor. Ein introvertierter Mensch hat oft auch extrovertierte Anteile und kann sehr wohl aus sich rausgehen. Ein Beispiel dafür ist Angela Merkel. Sie hat bei vielen nicht die große politische Hoffnung repräsentiert und wurde mit Ihren Stärken zur mächtigsten Frau Europas.

 

Herzlichst Ihre Patricia Staniek
Int. Consulter, Profiler, Kriminologe,
Executivecoach, Speaker, Buchautor

Natürlich gibt es auch Menschen die aus Selbstbestimmung und oft aus nur ihnen bekannten Gründen verschwinden. Der Eine oder Andere ging bestimmt schon mal schnell Zigaretten holen. Doch dieses klischeehafte „Zigaretten holen“ trifft in den wenigsten Fällen zu. Viele Verschwundene tauchen nach kurzer Zeit wieder auf. Aber viele bleiben Langzeit-Vermisste.

Jugendliche haben Probleme in den Familien, in der Schule oder oft auch mit dem Studium. Sie „verschwinden“ aus Angst, aus Liebeskummer, weil sie gemobbt werden oder weil sie andere schwierige Situationen haben. Oft werden Aufenthalte von Vermissten Jahre später durch Zufall polizeibekannt. Z.B. weil sich jemand neue Papiere organisieren möchte. Da kam es vor, dass die Vermissten nicht wollten, dass über ihre Existenz oder Aufenthaltsort informiert wird. Dies ist möglich, wenn die Vermissten großjährig sind.

Wenn Sie genug Geld auf der Seite haben, finden Sie auch den Professionisten der Sie mit gut 1,5 Jahren Vorlaufzeit an Ihren Wunschort bringt und alle Spuren hinter Ihnen löscht. So als hätten Sie in Ihrer Heimat nie existiert.

Da bleiben noch die unfreiwillig verschwundenen wie Natascha Kampusch, der zwar die Flucht gelang, die jedoch vermutlich nie wieder dieselbe sein wird als vor ihrer Entführung. Oder die kleine Maddie welche 2007 in Portugal aus der Ferienwohnung verschwand oder die seit einem Jahr vermisste und verzweifelt gesuchte Jenni Scharinger aus Wien und aktuell Rebecca aus Deutschland. Abgesehen davon was den Verschwundenen geschehen ist, was ihnen angetan wurde, gibt es hier noch Menschen deren Leben dadurch aus den Fugen gerät. Die mit ihrer Trauer, ihrem Leid und ihrem Schmerz jeden Tag aufstehen in der Hoffnung ihre Vermissten zu finden. In der Hoffnung auch einmal abschließen zu können, in der Hoffnung wieder schlafen zu können, in der Hoffnung wieder ein Stück Leben zu haben.

Was den Angehörigen bleibt, ist genau diese Hoffnung und gleichzeitig die Hoffnungslosigkeit, diese schier unendliche Verzweiflung und eine Erinnerung an das vermisste Kind, den vermissten Partner. Die Angehörigen bleiben zurück mit dem ewig bitteren Nachgeschmack der Ungewissheit, mit ewigen Fragen die ihnen niemand beantworten kann und einem Schmerz den niemand lindern kann.

Patricia Staniek

Foto: Bella Volen