Was machen die Maßnahmen wie z.B. Social Distancing mit den Menschen? Wir hier in Österreich erleben die größte Krise seit dem 2. Weltkrieg. Das führt mich zu einer Beobachtung! Beobachtung ist meine Arbeit und ich bemühe mich, meinen eigenen Anteil aus meiner Beobachtung draußen zu lassen und schaue hin wie auf ein Experiment. Der Einschnitt in das Leben der Menschen stellt sich brutal und radikal dar. Zumindest ist es das, wie es durchaus erlebt und empfunden wird.
Ich habe heute Menschen kostenfrei im Bezug auf diese Ausnahmesituation beraten. Das was ich heute erlebt und beobachtet habe, hat mich dazu angeregt, dies zu verfassen.

Wir Menschen haben ein Bedürfnis nach sozialem Leben, nach Gesellschaft. Dieses Bedürfnis wird jetzt aus erklärbaren und verstehbaren Gründen unterbunden. Die Auswirkungen dieses Einschnitts sind jetzt schon im Ansatz erkennbar. Aus dem Verhalten der Menschen im öffentlichen Raum als auch in Social Media.

Die Gefühlswelt gerät ins wanken. Sorgen, Ängste und Panik treten auf. Im Moment noch in geringer Form. Vielfach wird auch Hilflosigkeit erlebt und geht über zu Anspannung, Erregung bis hin zu Trotz –ich mach was ich will – ich geh raus- ich lass mich nicht einsperren.

Menschen nehmen solche Situationen oft undifferenziert wahr, die Welt ist nicht mehr bunt – sie wird nur mehr als „schwarz“ wahrgenommen. Es geht über in Orientierungschwankungen im eigenen Urteil – was soll ich glauben, was stimmt oder was stimmt nicht? Verschwörungstheorien geben irrationalen Gedanken Raum. Man kann sich auf nichts anderes konzentrieren und blendet Lösungen und Handlungsmöglichkeiten aus. Der Fokus des Menschen stellt sich um auf „Scheuklappe“.

Krisen schaffen es, wenn Menschen nicht gut auf sich und andere achten, eine große Desorientierung in die Köpfe zu bringen. Weitere Begleiterscheinungen können aggressives Verhalten, Rebellion oder aber auch kompletter sozialer Rückzug, Abschottung und Depression sein.

Häufig verändert sich auch der Umgang mit sich selbst, das Ess- und Trinkverhalten eskaliert, Routinen gehen verloren, Ersatzhandlungen werden durchgeführt. Abgesehen von körperlichen Beschwerden, können auch psychische Probleme auftreten. Im extremen Fall kann es zu Vandalismus und Plünderungen kommen.

Ich möchte keine Angst machen, ich möchte Verhalten aufzeigen und gleichzeitig Hinweise geben, wie Sie in dieser schwierigen Zeit gut über die Runden kommen können, wenn Sie entscheiden, dass Sie das wollen.

Wie kommt man gut durch so eine Krise:

1.) Bleiben Sie wachsam, aufmerksam und gleichzeitig souverän.

2.) Achten Sie auf Ihre Psychohygiene – kümmern Sie sich um sich.Schützen Sie sich bitte, machen Sie alles um psychische oder physische Gefahren bei sich auszuschalten. Und schützen Sie auch die Menschen die um Sie sind.

3.) Machen Sie sich klar, wie Ihre Gefühlswelt ist und was sich bei Ihnen persönlich innerlich abspielt und akzeptieren Sie die Situation.

4.) Suchen Sie positive Kontakte von Menschen welche die Dinge objektiv betrachten und lassen Sie sich nicht runterziehen. Vermeiden Sie Menschen die Ihnen Angst machen, hören oder lesen Sie keine Verschwörungstheorien, versuchen Sie immer die Fakten und die aktuelle Lage zu erfassen und überprüfen Sie Informationsquellen. Gehen Sie auch selektiv vor was Ihre Kontakte in Social Media betrifft. Auch hier sollten Sie Beiträge die Ihnen nicht gut tun, nicht lesen. Drüber scrollen hilft.

5.) Achten Sie auf Ihre psychische und physische Gesundheit.
Eine stabile Psyche ist wichtig.

6.) Auch in den eigenen 4 Wänden, auch im kleinsten Raum gibt es Bewegungsmöglichkeiten. Sorgen Sie dafür das Sie körperlich fit bleiben und bleiben Sie auch geistig fit.

7.) Bauen Sie sich innerliche Stärke auf bzw. wenn Sie diese ohnehin haben, achten Sie darauf, dass Sie sie behalten.

8.) Regen Sie sich bitte nicht über Kleinigkeiten auf und bleiben Sie auch bei Großigkeiten ruhig.

9.) Wenn Sie Aggressionen in sich verspüren, setzen Sie sich damit auseinander und tun Sie alles um diese loszuwerden. Es ist eine Entscheidung, Ihre Entscheidung, ob Sie diese wachsen lassen oder auflösen, in dem Sie sie hinterfragen und etwas dagegen tun.

10.) Behalten Sie Routinen bei oder schaffen Sie Routinen. Ein geregelter Tagesablauf hilft und stärkt. Schaffen Sie sich Rituale für Sie und ihre Lieben und lassen Sie sich nicht gehen.

11.) Bleiben Sie zuversichtlich und suchen das Positive an der Situation, denn das Beschränken auf das Notwendigste, die Zeit mit der Familie, oder auch mal das alleine , kann eine Qualität bieten.

12.) Wenn Sie merken dass Sie aggressiv oder gewaltfähig werden, nehmen Sie Hilfe in Anspruch, diese ist kostenfrei sichergestellt.

13.) Sollte jemand Ihnen gegenüber Gewalt ausüben, holen Sie sich ebenso Hilfe.

BITTE BLEIBEN SIE SOUVERÄN, ACHTEN SIE AUF SICH UND ANDERE UND KOMMEN SIE GUT DURCH DIESE ZEIT!

Ihre Patricia Staniek
Kriminologin, Certified Master Profiler

2 Kommentare
  1. Patrick Jobst sagte:

    Ich möchte zu diesem fundierten Beitrag mit vielen wertvollen Ratschlägen dennoch einen weiteren Punkt hinzufügen:
    – Auch in den größten Krisen hat es den Menschen stets geholfen, Dinge trotzdem mit einem Rest an Humor zu nehmen. Man hüte sich also vor Humorverboten.
    Beste Grüße und bleiben Sie gesund
    Patrick Jobst

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