Ich habe zwei Arten von Machtmenschen in meinem Leben getroffen. Die, denen man es sofort ansieht, und die, bei denen es subtil erlebt wird. Die – nicht immer grauen – Eminenzen, die White Collar-Fraktion. Machtvolle Menschen scheinen durchsetzungsfähig, sie erreichen Ziele, unterwerfen sich nicht und lassen sich nicht unterwerfen! Sie halten die Fäden in der Hand, sie kennen die Mechanismen der Macht, die Regeln und die Spielregeln, spielen das Spiel und nutzen es für sich!

Machtmenschen und die Ausübung von Macht sind Teile des Lebens. Ohne Macht scheint es nicht zu funktionieren. Machtvolle Menschen sind oft sehr erfolgreiche Menschen, die es genau durch dadurch – dass sie die Macht leben – zu etwas gebracht haben.

Menschen, die keine Macht ausüben, die anderen die Macht überlassen, sich nicht widersetzen, verlassen oft den Pfad des Erfolges oder erreichen ihn gar nicht. Ich nenne sie die »machtlos Unmächtigen«, die Menge der Gutmenschen, die Macht vollkommen ablehnen oder davor Angst haben. Nun Machtausübung ist anscheinend keine Tugend, dennoch braucht es immer zwei. Die »starken Mächtigen«, welche Macht in der Hand haben und sie nutzen und die Unmächtigen, die sie bei sich anwenden lassen. Und da gibt es auch noch die Dritte Kategorie, die der Ohnmächtigen.

Die Unmächtigen sind der Meinung, das Macht für sie nicht mach(t)bar ist, das andere sie zwar besitzen, sie selbst aber keinen Zugriff darauf haben. Doch das stimmt nicht. Jeder Mensch kann sich machtvoll verhalten, jeder Mensch kann lernen, machtvoll zu agieren. Jeder Mensch kann sich Zutritt verschaffen zu seinen eigenen Machtfeldern, diese erkennen und nutzbar machen. Menschen, welche Macht nicht nutzen, sind dem Leben gegenüber oft sehr lahm eingestellt. Wenn ich keine Macht nutzen möchte, brauche ich auch keine Handlung setzen – das erspart mir Arbeit, und schimpfen ist manchmal doch einfacher als agieren. Die unmächtigen und ohnmächtigen Mitarbeiter in Organisationen erkennt man meistens auf den ersten Blick. Regeln, Prozesse und Strukturen sind wichtig. Sie erfüllen eine lebensnotwendige Funktion für den Unmächtigen und Ohnmächtigen – man kann sich hinter all dem verstecken und verkriechen. Der Schraubstock sitzt eng, sie tun und arbeiten den Mächtigen zu, oft behäbig und beharrend auf den Dingen, die »immer schon so waren« und im besten Fall so bleiben sollten. Sie erfüllen ihre Aufträge, sind folgsam in den Anweisungen, beugen sich und ducken sich, verhalten sich oft passiv-aggressiv! Sie würden mal gerne jemanden die Meinung geigen, wenn sie sich trauen würden. Sie gehören zu den Armeen von schwerfälligen und klebrigen Gummibärchen.

Unmächtig sein und ohnmächtig sein, wie lange lässt sich das durchziehen? Muss sich denn nicht jeder einmal im Leben mächtiger positionieren oder durchsetzen? Wer Macht nicht nutzt, zahlt oft einen sehr hohen Preis. Man muss Macht nicht 24 Stunden am Tag durchziehen, aber man sollte machtvoll auftreten, machtvoll agieren können, wenn man es braucht. Denn wer soll Ihnen denn in den Hintern retten, wenn Sie es nicht selbst tun können? Es ist ziemlich unsexy, von permanenten Dauernickern, Alltagsluschen und Jasagern umgeben zu sein. Von spannend, anregend und kreativ ist das so weit entfernt wie der Mars von der Venus. Unmächtige und Ohnmächtige mögen sich ihrer persönlichen Machtfelder besinnen und lernen, diese dort einzusetzen, wo sie sich schützen oder etablieren müssen.

Viele bleiben der Einfachheit halber die Opfer der Mächtigen. Leiden erfordert weniger Aufwand, als machtvoll dagegenzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Sie tun das, was die Mächtigen von ihnen verlangen. Der Jammer dabei ist, das die eigenen Wünsche und Bedürfnisse vernachlässigt werden und nicht erfüllt werden können. Von unmächtig und ohnmächtig zu Machtmensch, kann ein weiter Weg sein. Wie ein bekanntes Sprichwort sagt: »Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt!« Machtvoll aufzutreten, machtvoll zu handeln, ist durchaus erlernbar. Wie bei jeder Veränderung dauert es seine Zeit und erfordert Kontinuität.

Natürlich hat die Veränderungsfähigkeit individuell auch mit Werten, Einstellung und Haltung zu tun. Einstellungen kann man korrigieren, wenn man das möchte und die Entscheidung trifft, es zu tun. Wobei ich Sie hier aber bitte, machtvolles Auftreten nicht mit Diktatur zu verwechseln. Die Wirtschaftswelt ist machtbesiedelt. Wer mithalten will, wer im Strudel der Veränderungen und des steigenden Drucks oben bleiben will oder nach oben kommen will, der muss sich mit schlagenden Themen wie Macht und Einfluss auseinandersetzen und diese beiden starken Wirkungsfaktoren auch aktivieren und anwenden lernen. Dazu benötigen Sie eine Portion gesunden Selbstwerts und ein stabiles Selbstbewusstsein. Macht ist nicht immer pfui, Macht bzw. machtvolles Auftreten ist manchmal ein wichtiger Schutzschild.
Und es ist ein Unterschied zwischen geschenkter oder übertragener Positionsmacht oder einem kompetenten Umgang mit Macht und Einfluss.

Drei simple Beispiele für White-Collar-Spielchen:

1.)Die Arena des Grauens –
Businessmeeting, Verhandlungstisch, Kunden-Präsentation
White-Collars brauchen untergebene Entourage und nutzen Publikum um diese wirkungsvoll vorzuführen. Jeder soll sehen wie Entourage und Mitarbeiter spuren. Sie führen sie vor in dem sie sie „scheuchen“ – sie fordern dies und das. Verbal und nonverbal – ein machtvoller und auffordernder Blick auf die Kaffeekanne und der Lakei schenkt schon nach. Jeder soll sehen wie toll sie funktionieren – jeder soll sehen wie gut der oder die White-Collar alles im Griff hat.

2.) Machtdoppelung – ein Meeting der anderen Art
Wer hat mehr!

Es könnte eine Szene aus einem Film sein. Fünf Führungskräfte sitzen um den Tisch herum. Zwei davon haben die Langhans-Position eingenommen. Arme hinter dem Nacken verschränkt. Etwas hineingerutscht in den Sessel, die Beine lang ausgestreckt. Einer lümmelt am Tisch. Einer erzählt und einer spielt am Handy. Sie sitzen alle auf den gleichen stoffbezogenen Sesseln, von denen es nur die fünf gibt. Sie befinden sich im Meetingraum des Vorstandes, der Sie zu einer Sitzung gerufen hat. Der Geschäftsführer kommt, bringt seinen eigenen Lederdrehstuhl mit. Dieser ist größer, breiter und somit mächtiger als alle anderen. Er schiebt den Sessel an den runden Tisch und setzt sich zu den fünf Führungskräften. Die Arme der beiden Langhänse fallen vom Nacken – denn nun ist der Leithammel da. Der sagt ihnen jetzt, wo es langgeht. Somit ist das Recht an dieser Körperhaltung verloren. Der Lümmler sitzt nun brav und aufmerksam, der Handyspieler hat das Handy sofort beiseitegelegt und der Erzähler beginnt, eiligst aufzuzählen und zusammenzufassen, was schon besprochen worden ist.

Der Mächtige betrat den Raum nach dem Motto des cäsarischen Ausrufs: Veni, vidi, vici – ich kam, sah und siegte. Aber nur für den Moment. Denn nun betritt unangemeldet und überraschend die äußerst attraktive Ehefrau des Geschäftsführers, welche auch die Eigentümerin des Unternehmens ist, den Raum. Nun, Sie wissen, was passiert? Die Machtkarten wurden neu gemischt und ausgeteilt. Nicht nur Position und Status rockt – vergessen Sie nicht: „Sex sells“ ist ebenso ein Machtspiel und kann den anderen die Hosen ausziehen und den Boden unter den Füssen wegziehen und das nicht im erotischen Kontext.

Ungleiche Regeln und strategisch überfordern
Es ist sowieso klar. Für alle gelten die gleichen Regeln, nur für White-Collar nicht! Logisch! Oder? Er stellt Regeln für das Gefolge von Pseudomächtigen, Unmächtigen und Ohnmächtigen auf. Nur er selbst hält sich nicht daran. Er bestraft machtvoll und deutlich wenn ein anderer die Regeln bricht.
Bäumchen knick dich – Ich helf dir dabei. Egal ob Sie einen guten Job machen oder nicht, wenn Sie dran sind, sind Sie dran. Sie bekommen Aufgaben, die Sie nicht erfüllen können. Und zwar solange bis sie wie ein Bäumchen geknickt sind. Das macht er natürlich nicht offensichtlich – es ist eine verdeckte Strategie. Halten Sie es mental aus oder nicht? Sind Sie in Zukunft eine Gefahr oder nicht bzw. kann man Sie versklaven oder der dienstbeflissenen Entourage zufügen?

Was können Sie tun?
Manchmal nur die Abteilung oder das Unternehmen verlassen. Denn White Collars haben den längeren Hebel und setzen den auch gezielt an.
Dennoch, ich bin dagegen sich als Mensch miesen Machtspielchen zu beugen, wobei dies oft der Rat von Beratern ist: „Beugen Sie sich und denken Sie sich Ihren Teil“. Nein, das darf nicht sein. Man darf die Arena nicht Menschen überlassen, die andere Menschen zu Marionetten und Deppen machen.

Grundsätzlich gilt, dass Sie selbst Machtkompetenz und Einfluss entwickeln.
Der beste Schutz ist stark zu werden. Entwickeln Sie sich zu einer Persönlichkeit die in der Lage ist, in solchen Situation handlungs- und strategisch denkfähig zu bleiben. Entwicklung passiert natürlich nicht von einem zum anderen Tag. Angst ist ein schlechter Begleiter – eine Sicherheitsstruktur ein guter. Zu einer guten Sicherheitsstruktur gehört eine sehr gute Menschenkenntnis und die Kenntnis darüber wie menschliches Verhalten funktioniert. Dazu Kenntnisse wie Systeme, Hierarchien und Strukturen funktionieren und wirken – dann klappt es auch mit den White Collars.

Herzlichen Gruß, Patricia Staniek

Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

Buchtipp zum Thema:
Patricia Staniek                           Mein Wille geschehe, Macht und Manipulation entschlüsseln

 

Verhandlungsgespräch bei einem Konzern in Norddeutschland. 2 Vorstände, der Einkaufsleiter, die HR-Managerin und der Sicherheitsmanager sitzen mit mir am Tisch. Es geht um Profiling, ein hohes Volumen an Ausbildungstagen und Beratungen für 2019.

Das Gespräch läuft grundsätzlich sehr gut und sympathisch. Der Ausbildungsplan kommt gut an. Immer wieder fällt mein Blick auf den Einkaufsleiter! Ich frage mich ob er für den Mimikwettbewerb trainiert. Denn er verzieht das Gesicht wieder und wieder, es sieht sehr dramatisch aus. Ich reagiere nicht. Außer mir hat die Mimikgymnastik niemand bemerkt. Irgendwie versucht er den anderen scheinbar etwas mitzuteilen. Nun kommt die Honorarfrage! Ich nenne das Honorar und er presst seinen Mundwinkel ein. Jetzt haben wir keine unkontrollierte Mimik mehr sondern eine handfeste Verachtung. Das Ganze wird unterstützt durch eine wegwerfende Handbewegung. Nun, das Spiel kann beginnen. Das Spiel um den Tagessatz. Ich habe meinen fixen Tagessatz. Von dem weich ich nicht ab. Der ist für alle Kunden gleich. Natürlich, jetzt beginnen alle mitzuspielen. Puh, das ist aber heftig, sagt der Einkaufsleiter, die Vorstände nicken, die HR-Managerin schaut zwischen allen hin und her der Sicherheitsmanager bleibt neutral.

Was konkret meinen Sie mit heftig? fragte ich gelassen nach. „Na hoch, viel zu hoch“, sagte der Einkaufsleiter, „mit diesem Preis müssen wir uns noch beschäftigen.
“Ich entgegnete: Herr Einkaufsleiter, der Preis beschäftig Sie nur ein einziges mal, nämlich jetzt! Die Qualität meiner Leistung wird Ihr Unternehmen sehr lange beschäftigen, in dem ihre Mitarbeiter das Wissen sofort umsetzen und anwenden und Sie es mit Ihren Evaluierungstools messen können.

Die Entgegnung des Einkaufsleiters: „Soviel Budget haben wir nicht, da müssen Sie runter“. Meine Antwort: „Sie haben mich zu sich nach Hamburg geholt, weil jemand verbrannte Erde in Ihrem Unternehmen hinterlassen hat und Sie sich mit viel Ärger auseinander setzten mussten. Das Lehrgeld haben Sie bereits bezahlt.
Nun schaltete sich der Vorstand ein: „Wir haben aber noch 2 andere Angebote vorliegen, die weitaus günstiger sind.“

Meine Antwort: Es gibt immer günstigere Angebote. Heute beschäftigen Sie sich mit dem Preis! Bei dem Berater den Sie vorher hatten, beschäftigten sie sich auch mit dem Preis- und der verbrannten Erde wegen nun auch mit Kosten“!

Da hat sie recht, sagte der Geschäftsführer zum Einkaufsleiter. Das Honorar war wesentlich niedriger als das von Frau Staniek, dafür sind die Folgekosten die durch das vorige Unternehmen entstanden sind, ja wirklich explodiert.

Nun war es gelaufen. Ich habe den Auftrag bekommen. Der Vertrag war fix und fertig vorbereitet vom Kunden. Und als Goodie bekam der Kunde dann von mir Lernvideos für seine Mitarbeiter kostenfrei drauf.


Was ist hier passiert:

  • Zocken gehört zum Verhandlungsalltag
  • Ein Unternehmen lässt nicht so einfach jemanden Einfliegen von dem er den Preis vorher nicht kennt und den sie nicht bezahlen werden. Somit ist auch die Ansage „Preis zu hoch“ eine reine Verhandlungsmasche.
  • „Wir haben noch 2 andere Angebote“. Kann sein, ist meisten gemogelt.
  • Der Vertrag war bereits vom Kunden bis auf den Preis fertig vorbereitet gewesen. Also noch ein Anzeichen, dass es ohnehin sein Wunsch war mich zu beauftragen.


Was ist wichtig bei Verhandlungen:

  • Bereiten Sie sich immer auf Verhandlungsgespräche vor und recherchieren Sie Ihre Gesprächspartner
  • Sie müssen sich Ihren Preis wert sein und auch ihr Produkt muss den Preis wert sein
  • Bleiben Sie souverän und gelassen, denn wenn Sie sich stressen lassen, schalten Sie von Fokus auf Streulinse um und sind leicht über den Tisch zu ziehen.
  • Stellen Sie viele offene Fragen, damit Sie relevante Informationen bekommen.
  • Erschlagen Sie nicht mit Begründungen und Rechtfertigungen sondern verwenden Sie nutzenorientierte Argumente.
  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern und bleiben Sie konsequent.

    Herzlichen Gruß, Patricia Staniek
    Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
    Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

Buchtipp zum Thema:

Roman Kmenta                           Zu teuer!
Patricia Staniek                           Mein Wille geschehe, Macht und Manipulation entschlüsseln

Sie sind leicht zu erkennen! Sie schwelgen in ihren Gefühlen und leben in einer bunten Welt. Ihre Gefühle liegen vor einem wie ein offenes Buch. Sie wechseln ihre Stimmung schneller, als man mit einer Fernsteuerung switchen könnte. Sie wirken niemals langweilig, sind sehr fantasievoll und die ganze Welt ist ihr emotionaler Catwalk.

Alles, was sie erleben oder spüren, hat einen enorm hohen Emotionslevel. Sie wollen die Aufmerksamkeit, präsentieren sich der Öffentlichkeit wie ein bunter Pfau! Sie brauchen die Zustimmung, sie brauchen die Momente des großen Auftritts, sie genießen den Applaus. Ihre Emotionen scheinen wie Milch, die in einem erhitzten Topf ständig überzukochen droht, und die sich schließlich in einem großen Schwall über die Bühne der Öffentlichkeit ergießen.

Dramaqueens lieben die Theatralik, die großen Auftritte und Inszenierungen. Die Sprachmuster der dramatischen Persönlichkeit sind selbstbezogen, bieten wenige Fakten oder Details und wirken deshalb sehr oft oberflächlich! Meist haben sie keine oder nur eine vage Meinung! Sie nehmen Beziehungen zu Menschen oft näher war, als diese Menschen es selbst sehen würden. Sie klammern sich an diese Beziehungen, wobei die volle Emotionspalette abgespielt wird. Heulen – echte Weinkrämpfe – Wutausbrüche, volle Begeisterungs- stürme und Selbstmorddrohungen sind auf der dramatischen Tagesordnung! Mit diesen Szenerien versuchen sie sich in den Mittelpunkt zu stellen und die volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Stärke ihrer emotionalen Ausbrüche ist im Verhältnis zum Anlass oft voll- kommen unangemessen und überzogen. Aufmerksamkeit, kapriziöses Auftreten und eine Vorliebe für extravagante Bekleidung sind ebenso Marker für diese Persönlichkeitsstörung, genauso wie Provokationen aller Art, natürlich inklusive der sexuellen Provokation!

Laut meiner Recherche und Gesprächen mit einschlägigen Experten geht diese Störung von einer Kopplung von biologischen und psychologischen Umweltfaktoren aus. Ein sehr bekannter Wiener Psychoanalytiker, mit dem ich sprach meinte, dass bei solchen dramatischen Persönlichkeiten die Eltern-Kind-Beziehung massiv gestört ist.

Die Verhaltensweisen von Eltern seien demnach sehr kalt, distanziert und kontrollierend gewesen. Das Kind hat sich als »nicht geliebt« wahrgenommen, lebte ständig in Verlustängsten, hatte Angst, verlassen zu werden. Das führte natürlich zu einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Deshalb verhalten sie sich auch so schrill und emotional, weil sie es damit schaffen, die Aufmerksamkeit zu erheischen, die sie sich wünschen. Wobei ich auch Dramaqueens erlebt habe, die aus einem glücklichen Umfeld kamen und nicht in diese Schublade passen.

Was tun, wenn sich diese Person in Ihrem Umfeld befindet:

Zeigen Sie sehr wertschätzend und dennoch klar auf, dass Sie dieses Verhalten nicht akzeptieren. Geben Sie der Person dennoch viel Scherheit.

Für diese Personen ist es wichtig, Selbstkontrolle zu lernen und sich Selbstwert und somit Selbstsicherheit zu erarbeiten. Damit können sie es schaffen, haltbare Beziehungen aufzubauen.

Ein wichtiges Lernfeld für die dramatische Persönlichkeit ist es auch, zu lernen allein zu sein und sich mit sich selbst und ihrem Leben sinnvoll zu beschäftigen. Eine Therapie macht Sinn. Dennoch ist eine Therapie relativ schnell wirksam bei Personen, die erkennen, dass ihr Verhalten problematisch ist. Bei Personen, die dies nicht erkennen, kann es ein langer Weg sein. Die Schwierigkeit der dramatischen Persönlichkeit für Therapeuten ist, dass manche ein bestimmtes Verhalten entwickeln, um dem Therapeuten zu gefallen, um in Folge Aufmerksamkeit zu haben.

Dramaqueens brauchen Grenzen, klare Regeln und möglichst viel Struktur. Behutsam muss ihnen bewusst- gemacht werden, dass sie manipulativ sind und sich nur so verhalten, wie sie sich verhalten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Eine sanfte Aufklärung kann helfen, diesen Menschen die psychischen Hintergründe bewusst und erkennbar zu machen. Ein wichtiger Punkt in der Therapie sollte sein, dass man dem Klienten keinesfalls zu viel Hilfestellung gibt oder ihm Entscheidungen abnimmt. Wenn man das tut, wird das Bedürfnis nach ständiger Aufmerksamkeit und Unterstützung noch gestärkt. Wenn aber aus Sicht der dramatischen Persönlichkeit zu wenig Hilfe kommt, kann dies einen Abbruch der Therapie zur Folge haben!

Deshalb ist es für den Therapeuten ein Balanceakt, einen Weg der Mitte zu finden und durch die Therapiearbeit zu zeigen, wie sich eine positive »Beziehung« gestalten kann. Ein guter Therapeut wird seinen Klienten dazu hinführen, die Problematik seines Verhaltens zu erkennen und zu hinterfragen. Damit kann die dramatische Persönlichkeit lernen, echte von inszenierten Gefühlen zu unterscheiden, und ein an die Erfordernisse des Lebens angepasstes Verhalten lernen.

Herzlichen Gruß, Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek
Aus dem Buch: Mein Wille geschehe März 2017/Patricia Staniek/Goldegg Verlag

Die beiden Persönlichkeitsstörungen „Psychopathie und Soziopathie“ fallen als Einzelbegriffe aus der klinischen Psychologie heraus und sind gebündelt unter dem Namen „Dissoziale Persönlichkeitsstörungen“. In diesem Artikel zeige ich Ihnen wie Psychopathen agieren. Ein Psychopath in Form Chef und Stellvertreter kann wie eine Crimestory für Mitarbeiter sein. Der Arbeitsplatz wird zum Tatort die Opfer heißen Mitarbeiter. Egal wie man den „Wahnsinn“ benennt, wenn man es mit tatsächlichen Störungen und nicht mit Tendenzen zu tun hat, ist das Mitarbeiterdasein kein Leichtes und gleicht oft einem Spießrutenlauf.

Psychopathen agieren verdeckt aus dem Hinterhalt. Sie sind nicht „wahnsinnig“ in dem Sinne man es gerne verstehen würde. Sie sind sogar zumeist sehr intelligent – ihr Verstand funktioniert tadellos. Sie wissen von der Verstandes- oder Bewusstseinsseite her was richtig oder falsch ist, aber nicht von der Emotionalen. Ihnen fehlt schlechthin der empathische Zugang! Rein rational verstehen Sie die Denke und auch das Fühlen des Gesprächspartner oder der Zielperson. Ihr Erleben von Liebe, Angst, Mitgefühl, Schuld und Reue ist sehr eingeschränkt bzw. anders. Sie sind Profis im Erkennen der Schwächen von Menschen und Profis in der Manipulation – sie haben den Killerinstinkt.

Sie nutzen die Schwächen der Menschen um sie gnadenlos ausbeuten, zu benutzen und danach wegzuwerfen. Das Nominieren von Zielpersonen fällt Ihnen leicht.  Ein kleines wohlwollendes Feedback ihrerseits an den Psychopathen kann da schon reichen um auf die Watchlist zu kommen. Und schon sind Sie nominiert und eine skrupellose Strategie nimmt ihren Lauf. Oft halten die Psychopathen die vermeintlichen NORMALOS für gestört! Wie können wir Normalos bloß solche Emotionen haben? Ihre Welt ist eine Welt die den Film „Equilibrium – Killer of Emotions „ spiegelt. Emotionen machen Menschen angreifbar – wozu haben sie also welche? Psychopathen schauen Ihnen mit intelligentem Blick in Augen, ganz tief, sind charmant und witzig um sie eine rosarote Wolke einzuwickeln, saugen sich an wie ein Vampir und um sie letztendlich abzuzocken und ausbluten zu lassen.

Nun die gute Nachricht! Nicht jeder Psychopath agiert böse oder ist böse. Viele Narzissten und Psychopathen nutzen ihre Eigenschaften erfolgreich im Business. Ob Psychopathen tatsächlich kriminell werden hängt von vielen Faktoren ab. Ob sie Ihren Lebensunterhalt als Vorstand oder Killer verbringen der Leichen in Aludosen verpackt und Sie im Keller für schlechte Zeiten im Regal stapelt,  ist abhängig von vielen psychosozialen Faktoren!

Sie möchten gerne die Psychopathencheckliste!
Schreiben Sie mir ein Email und ich senden Sie Ihnen natürlich kostenfrei zu! ps@patricia-staniek.com

 

Der Mensch ist grundsätzlich – auch wenn es nicht immer so erscheinen mag- ein soziales Wesen. Zustimmung ist ein wichtiges Signal in einer Gruppe. Zustimmung sichert Zugehörigkeit. Mit einem „Nein“ begibt man sich oft in einen Risikobereich in einer Gruppe. Ein „Nein“ stellt manchmal Gruppenzugehörigkeit in Frage! Und trotzdem – NEIN ist eine Überlebensstrategie.

 

Es ist nur ein einziges kleines Wort und dennoch können es so viele Menschen nicht aussprechen. Die Angst die Tür zugeschlagen, die Freundschaft gekündigt, den Ärger des Chefs zu bekommen ist bei vielen so groß, dass sie lieber etwas in Kauf nehmen, was sie nicht möchten und ihnen auch nicht gut tut. Da wird lieber die Wahrheit kreativ ausgelegt: „Ich kann heute nicht mit dir ins Kino gehen, weil ich kriege Besuch, weil ich Kopfweh habe“…anstatt zu sagen: „Nein, danke, schön das du an mich denkst! Ich mag keine Romanzen, wenn du dir einen Thriller anschauen willst, bin ich gerne dabei!“

Nein, scheint oft eine soziale Barriere darzustellen. Das merke ich bei meinen Coachingklienten. „Ich kann nicht „NEIN“ sagen höre ich öfter. Beim nächsten Coaching erfahre ich dann, wie das NEIN-Sagen umgesetzt wurde. Und siehe da! Mit Stolz erzählen mir meine Klienten, dass:

  1. a) sich ihre Wahrnehmung diesbezüglich verändert hat
  2. b) der Selbstwert gestiegen ist
  3. c) sie plötzlich mehr Respekt bekommen
  4. d) sie plötzlich mehr wahrgenommen werden
  5. e) sie sich selbstbestimmt fühlen
  6. f) das „Nein-Sagen eine reine Kopfsache ist
  7. g) und das ein Ausschluss aus der Gruppe oder Vermeidung wegen eines „NEIN“ kein Thema ist.

Zuviel „JA“ hat Konsequenzen
Speziell dann, wenn Sie sich überrumpeln lassen und zu schnell „JA“ sagen. Wenn Sie zu schnell „JA“ sagen, ärgern Sie sich darüber, dass Sie nun da sitzen und diesen Akt bearbeiten, der sie eigentlich nichts angeht. Oder diejenige/derjenige sind der noch am Arbeitsplatz ist und hart ackert während die anderen die Beine schon hoch am Couchtisch liegen haben. Zu viel „JA“ kann Ihnen zu viel Arbeit bringen. Zuviel „JA“ macht Sie bequem für andere. Sie ärgern sich still über sich, dass sie zu feige waren „NEIN“ zu sagen. Sie fühlen sich durch Ihre ständige „JA-Sagerei“ schon arbeitsmäßig überfordert und kommen kaum mehr zum ausschnaufen! Sie fühlen sich als Opfer der Forderer und Manipulanten, zerfleischen sich und ackern dennoch brav weiter.

Überlegen Sie:
Ist hier ein „Ja“ angebracht und kann auch eingefordert werden. Ist es meine Aufgabe dies zu erledigen? Dann keine Frage, dann tun Sie es. Wenn Ihnen die Zeit zu knapp für die Erledigung ist, fragen Sie nach der definitiven Deadline. Die meisten die alles gleich haben wollen, wollen das nur für sich erledigt und haben noch Zeitpolster. Manchmal hilft auch die Frage: Wo und wen unterstützt, fördert, hilft das „JA“! Bringt es dem ganzen System etwas oder nicht, bringt es auch mir etwas oder nicht.Werde ich hier benutzt oder braucht man wirklich dringend meine Expertise oder Hilfe?

Zuviel NEIN hat auch Konsequenzen:
Wenn Sie sich nun zum unreflektierten Dauer – Nein-Sager entwickeln befinden Sie sich tatsächlich im Risikobereich. Sie sind der abgestempelte Querulant, der Dagegen-Schießer, derjenige der alles absticht, quertreibt und nicht kooperiert.

Überlegen Sie also:
Ist mein „NEIN“ jetzt ein Selbstschutzmechanismus und bewahrt mich vor dem Untergang am Arbeitsplatz oder sage ich des „Nein-Sagens“ wegen „NEIN“! Ein „Nein“ ist dann sinnvoll, wenn Sie tatsächlich etwas ablehnen was gar nichts mit Ihren Aufgaben zu tun hat, was Sie gar nichts angeht und man Sie nur einspannen will oder es zu einer Überbelastung führen würde. Ein „Nein“ ist angebracht, wenn man Sie benutzen und manipulieren möchte Arbeiten zu erledigen oder Dinge zu tun, die Sie a) nichts angehen, b) ein anderer zu tun hat c) die Sie hochgradig beanspruchen und überfordern würden. Ein „Nein“ ist auch dann angebracht, wenn Sie tatsächlich mit Gründen gegen etwas sind.

Wie sag ich es ich nun: Auf jeden Fall selbstbewusst!  Mit einer aufrechten und offenen Körperhaltung! Sie schauen Ihr Gegenüber an und sagen mit freundlicher und sicherer Stimme „Nein“!

  • NEIN (In manchen Situationen ist ein deutliches und klares „Nein“ nötig.
  • NEIN mit einer Kurzargumentation (Nein, dafür ist Herr Müller zuständig)
  • NEIN mit einer ausführlicheren Argumentation (Nein, ich stehe nicht hinter dieser Idee, da sie unseren Mitarbeitern langfristig schaden würde)
  • Ich kann dazu jetzt nichts sagen, da ich meine Antwort erst überdenken werde. Ich gebe Ihnen am Abend Bescheid.
  • Nein, ich möchte das nicht!

Üben Sie sich im NEIN-Sagen! Sie können einem Menschen alles sagen, es ist immer die Frage wie Sie es tun. Klar und deutlich „NEIN“ zu sagen, geht auch respektvoll und höflich. Wenn Sie es lernen wollen, dann fangen Sie gleich mit der Umsetzung an. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Jeder hat das Recht Sie etwas zu fragen. Sie haben das Recht „NEIN“ zu sagen! Tun Sie es – und Sie werden sehen– „Nein sagen“ bringt Respekt und hilft beim reifen und entwickeln Ihrer Persönlichkeit!

Herzlichen Gruß, Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

 

Neid wird vor allem davon geprägt, weil jemand etwas kann oder erreicht hat, was man selber nicht kann oder hat. Und Neid darf sich der Handler umhängen lassen, denn der Lasser und der Herumprobierer haben meistens nichts worauf man neidisch sein könnte. Was die These bestätigt, das man sich Neid wohl hart erarbeitet. Den meisten Handlern wurde nichts geschenkt. Sie übernehmen Verantwortung, sie raunzen, sudern und jammern nicht, sie geben niemand anderen die Schuld, sind fleißig und arbeiten hart. Sie holen sich Informationen und sie lernen eigenständig. An einem Seminarbeispiel festgemacht: Der Handler lernt immer sehr viel, ganz egal wie schwierig er die Information vermittelt bekommt, er fragt, legt den Schalter in seinem Kopf um und verbindet die Theorie mit seinen konkreten Themenstellungen. Bei Praxisübungen sind die Handler die 1. die aufspringen und ernsthaft zu üben beginnen und wenn noch Zeit überbleibt, üben sie nochmal. Handler sind proaktiv, treffen Entscheidungen und bewegen etwas -vor allem sich selbst. Sie sind tatkräftig, ergreifen Initiative, sind mutig bzw. üben sich in Mut und trauen sich Dinge anzugreifen wo andere zögern würden.

Lasser tun oft so, als würden sie ihr Leben in der Hand haben, manche haben auch diesen Anspruch nicht, sie verhalten sich reaktiv, ihre Sprache ist getragen von „Ja, aber…“, „bei mir funktioniert das so nicht“, man könnte doch…! Sie leben gerne in eingefahren Schienen und sind Konsumtypen. Man erkennt sie an ihrer passiven Art. Alles was sie nicht kennen lassen sie lieber, denn sonst müssten sie die Zone des Bekannten und der Routine verlassen und das wollen sie nicht. Wenn ein Lasser eine neue Aufgabe bekommt, dann wird die mal angeschaut, angeschaut, angeschaut – handeln tritt erst in Kraft wenn sie etwas oder jemand dazu zwingt. Sie sehen vieles als ihr „unveränderbares, untrügliches Schicksal“ und fühlen sich als Opfer der Umwelt…immer – ganz sicher immer – sind die anderen oder etwas anderes schuld. Und die ganz durchschlagenden 100% Lasser sind oft nicht mehr im Geschäftsleben oder als Mitarbeiter zu finden sie sitzen zu Hause und geben sich dem Leben und der Apathie hin.

Herumprobierer. Ich will- aber ich trau mich nicht, scheinen sich die 2 Seelen in der Brust anzuschreien. Sie kämpfen zwischen proaktiv und reaktiv. Sie würden ja gerne. Ja schon! Aber es muss erst richtig für sie aufbereitet werden. Wenn ich das Lernen soll, muss ich das bis ins kleinste Detail vorgekaut bekommen, dann muss man mir das aufzeichnen, aufschreiben, vortanzen, vorsingen, damit ich mich nicht all zu sehr bemühen muss es für mich selber aufzubereiten. Die Mischung aus proaktiv und reaktiv hat oft zur Folge, dass diese Menschen alleine wenig bewältigen oder bewerkstelligen können. Sie holen sich Partner, meistens bzw. im besten Fall Macher. Denn wenn sie sich einen Herumprobierer holen würden, würde das Ganze desaströs enden. Wenn sie sich einen Macher holen, haben sie die Chance auf Erfolg durch Partizipation. Vielfach ist dieser Typus getragen von Harmoniesucht und flüchtet vor Konflikten aber auch Tests und Prüfungen. Praxisübungen in Seminare machen sie nicht gerne, denn da würden die anderen bemerken, dass sie theoretisch zwar einiges Wissen,  es aber praktisch schwer auf die Reihe bekommen. Sie sind immer wieder entschlossen…das meistens schon ihr Leben lang und bis ins hohe Alter!

Herzlichen Gruß, Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

Oft ist es so, das genau die Menschen die nach Respekt schreien bzw. ihn lautstark einfordern, den wenigsten Respekt vor anderen haben.

Lassen Sie mich Mark Twain zitieren:
„Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir.“

Wenn eine Person eine Position inne hat, verdient sie für mich nicht aufgrund der Postion Respekt, sondern für die Art und Weise, Haltung und Einstellung wie sie diese Position erfüllt und grundsätzlich mit Menschen bzw. mit Lebewesen  umgeht. Ich kann jemand Respekt für sie/ihn als Person oder für eine Leistung zollen. Informellen und persönlichen Respekt bekommst du nicht geschenkt, Respekt ist etwas das durch Haltung und Einstellung gegenüber anderen Lebewesen verdient werden muß. Man kann ihn nicht einfordern, man kann ihn nicht erwarten, man kann sich Respekt nur verdienen. Und ich spreche hier von der Form Respekt die mit Gleichheit zu tun hat und nicht von diesem Respekt der einseitig gehalten werden soll. Und ich setze hier nicht Respekt mit Grundsatzmanieren und Grundsatzverhalten gegenüber anderen gleich! Manche Menschen denken, dass sie Respekt nur für sich beanspruchen dürfen. Und da frage ich mich, wie respektvoll ist das? Große Worte zum Thema Respekt werden oft in die Menge geworfen, doch werden sie auch gelebt? Jeder Mensch hat seine eigenen Werte, Vorstellungen, Denkweisen und auch Eigenheiten! Diese darf er auch haben. Die Frage ist, wie sie kommuniziert werden und wie mit Meinungsunterschieden oder Werteunterschieden umgegangen wird.

Was ich respektlos finde:

  • Respektanspruch für Ungleichheit zu verwenden
  • Menschliche Grundmanieren und Grundverhalten zu vernachlässigen
  • Hinter dem Rücken von anderen schlecht zu reden, anstatt klar und deutlich bei der Person selbst anzusprechen was Thema ist.
  • Andere zu belehren und ihnen Meinungen aufs Auge zu drücken
  • Jemanden zu beschimpfen und seine Stimme gegen andere zu erheben
  • Feigheit- die auf Scheinharmonie und Unehrlichkeit baut

Respekt bedeutet für mich, die Grundmanieren und das Grundverhalten gegenüber anderen Lebewesen zu wahren, Klarheit und Direktheit vor Harmonie zu stellen in dem man Dinge und Themen offen und ehrlich anspricht, in der entsprechenden Form und im entsprechenden Rahmen. Respekt ist auch nicht gleichzusetzen mit Gehorsam und Unterordnung, ich kann jemand gegenüber Respekt empfinden und dennoch eine andere Meinung haben.

Herzlichen Gruß, Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Beraterin für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

Gar nicht so blöd diese Idee, sagte eine Freundin am Telefon über die Idee ihres Mannes. Gar nicht soooooooo blöd oder vielleicht doch eine gute Idee? Was bleibt hängen? Bei vielen vermutlich „Die blöde Idee“, die definitiv eine gute Idee gewesen ist. Oder: Sie hat sich gar nicht blöd angestellt, dafür das sie das 1. Mal geklettert ist. Wie motivierend wäre es doch zu hören: Sie hat das sehr gut gemacht! Oder: Du hast das sehr gut gemacht!

Ein bewährter Spruch sagt: „Sprache schafft Wirklichkeit“! Sprache schafft Wirklichkeit und baut Konstrukte in den Köpfen der Menschen. Deshalb sollten es Wirklichkeiten und Konstrukte sein, die förderlich und hilfreich sind. Worte haben für Menschen Bedeutungen. In diese Worten, bzw. Wortbedeutungen sind Emotionen und Gefühle in den Menschen abgespeichert. Diese sind individuell besetzt. Ein Wort das für mich eine negative Bedeutung bzw. Besetzung hat, kann für jemand anderen etwas Gutes bedeuten. Das Beobachten der eigenen sprachlichen Muster kann sehr hilfreich sein, denn hinter der Sprache liegen die Gedanken. Ihre Sprache bzw. Ihre Sprachmuster geben anderen Menschen Hinweise darüber, wie Sie denken. Wie Sie über sich und die Welt denken und diese Welt wahrnehmen. Über die Sprache erfahren andere, ob sie wohlwollend mit sich und auch anderen umgehen.

Müssen Sie ständig etwas oder möchten Sie? Müssen Sie das noch erledigen oder möchten Sie das noch erledigen! Spüren Sie den Unterschied zwischen „müssen und möchten“? Man könnte doch…, sagte der Kollege! Tat er es dann auch? Nein, denn „man“ ist nicht er! Ein konkreter Gedanke, ausgedrückt in konkreter Sprache bringt Menschen ins Handeln. Statt: Man könnte…. ist es ein Leichtes konkret zu formulieren. Ich werde…. Gerhard kann das machen…. ! Durch ein „man könnte“ ist schon mancher Auftrag unerledigt geblieben, denn niemand fühlte sich angesprochen.

Sprache ist eine Möglichkeit Gedanken zu verändern! Gedanken in Wohlwollen und Klarheit zu verändern kann Ihre Sprache beeinflussen.

Wie können Sie das machen? Die ersten 7 Schritte!

1.) Hören Sie sich beim Reden zu und entrümpeln Sie Sprachmuster die nicht wohlwollend und somit hinderlich für Sie und Ihre Umwelt sind.
2.) Schaffen Sie Gedanken die zu Worten und Taten führen, die hilfreich und konstruktiv auf Sie und Ihre Mitmenschen wirken.
3.) Verwenden Sie Konjunktive nur, wenn Sie wirklich etwas abschwächen wollen.
4.) Verwenden Sie präzise und konkrete Aussagen.
5.) Beschimpfen Sie sich niemals selbst: „Ach du Schande, wie blöd bin ich denn?“
Gehen Sie wohlwollend mit sich um! Natürlich sollen Sie Ihre Fehler sehen!
Korrigieren Sie Ihre Fehler ohne dass Sie sich selbst beflegeln!
6.) Klare Worte sind immer wichtig – Klarheit vor Harmonie – respektvoll und wertschätzend.
7.) Reden Sie Themen nicht „schön“ sondern analysieren und besprechen Sie diese mit hilfreichen und klaren Worten!

Herzlichst
Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologin i.A.
Berater für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb/Ausbildnerin für Profiler PScn

Textcopyright: Patricia Staniek

Carnis Lupos! Der Märchenschreck, der böse Wolf! Er frisst Rotkäppchens Großmutter und mutiert zum Horrorwerwolf, wobei er alles gierig zerfetzt was nicht schnell genug rennen kann. In der Realität wird er zum Objekt der Weidmänner – der Zeigefinger am Abzug juckt. Da Image des Wolfes ist wahrlich nicht das Beste – und dennoch fungiert er als Vorbild.

 

Von den Wölfen in der freien Wildbahn kann man wertvolles über Leadership lernen bzw. führen einem die Wölfe das was man vielleicht eh schon weiss und in der Hinterkopfablage deponiert hat, mal wieder vors Auge. Wölfe leben in hochkomplexen sozialen Strukturen und arbeiten als perfektes Team aufgrund exzellenter Kommunikation! Das ist ein wesentlicher Aspekt, den man sich von der Wolfsführung abschauen kann. Führungskräfte denken oft, dass sie exzellente Kommunikatoren sind, das ihre Aufträge und Anweisungen klar und deutlich sind bzw. verstanden wurden. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild.

Meistens sind die sozial kompetentesten Wölfe die Alphas, sprich Rudelchefs, manchmal auch die, die sich am Besten durchsetzen oder sich ihren Rang erkämpfen können. Die leistungsfähigsten Rudel werden meist von den sozial kompetentesten und sozial intelligentesten Wölfen geführt. Sollte uns das zu denken geben? Denn oft steht auf Visitenkarten „Manager“, „Abteilungsleiter“ und Papier ist geduldig. Denn wo Alpha draufsteht ist oft nicht Alpha drin. Die alleinige Macht der Position ist kein Garant, dass mit Kompetenz geführt wird.

Alpha-Wölfin und Alphawolf führen in 50:50 Kooperation ihr Rudel. Mit einem logischen Unterschied – die Alphawölfin frisst zuerst, da sie die Welpen stillen muss. Sie arbeiten in perfektem Einklang. Die Alpha-Wölfin behält das Umfeld im Auge, scannt es und der Alpha-Wolf setzt seine Handlungen zielorientiert. Definitiv ein Learning für Führungscouples. Freilebende Rudel bestehen weitgehend aus Familienmitgliedern und manchmal angenommenen Zuwachs aus anderen Rudeln. Wölfe verfügen über ein enormes Maß an sozialer Intelligenz, wobei auch sie bei Revierkämpfen morden. Die Natur erfordert ihren Tribut. In den Rudeln herrscht komplexe Rollenvielfalt, jedes Tier ist exakt entsprechend seiner Fähigkeiten eingesetzt, wie z.B. als Beobachter, Jäger, Treiber… Angstfrei führen und angstfrei folgen scheint die dahinterlieende Philosphie zu sein. Die Jungwölfe werden von den Rudelmitgliedern ausgebildet und aufs Leben vorbereitet. Ob dominant oder submissiv, ob heute mal Omega, Meuterer oder Mobber, asoziales Verhalten und Machtmissbrauch im Rudel wird geahndet und sofort bestraft. Konflikte werden sofort ausgeknurrt oder ausgekämpft. Das ist ein Unterschied zum Verhalten in Menschenrudeln. Viele Menschen sind nicht in der Lage einen Konflikt unmittelbar auszutragen oder ihn überhaupt aufs Tablett zu bringen. Der Konflikt im Rudel wird ausgetragen und danach zur Tagesordnung übergegangen. Wer Wölfe beobachtet oder mit ihnen in direktem Kontakt ist, kann die Gesetzmäßigkeiten von Kooperation und Kommunikation in „Beziehungen“ erlernen bzw. sich diese bewusst machen und Schritt für Schritt in den Alltag integrieren. Diese wunderbaren Tiere haben schon den Einen oder Anderen so berührt und erreicht, dass er seine innere Haltung und Denke zum Wohle und Erfolg seines Teams verändert hat.

Die wichtigsten Learnings:

  • Gelungene Führung ist „exzellente Kommunikation und Kooperation“
  • Konflikte direkt und unmittelbar klären
  • Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzen und die richtige Rolle oder Aufgabe geben
  • Führung ist Selbstorganisation – wer sich selbst nicht organisieren und führen kann, kann auch sein Menschenrudel nicht organisieren und führen
  • 2 Personenführung muss Sinn machen und abgestimmt sein
  • Wissen und Information muss weitergegeben werden

Herzlichst
Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologie i.A.
Berater für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb

Infos über die Wolf Experience finden Sie auf meiner Webseite unter Termine.

Textcopyright: Patricia Staniek

 

Mein Job als Profiler ist nichts für Schwachmatiker. Ob im Bereich Sicherheit oder Wirtschaft ,manchmal rumpelt es gewaltig. Da ist ein basisentspannter Profiler wichtig, denn wenn der Profiler unter Stress gerät, emotional wird oder sich dadurch bedrückt oder eingeschränkt fühlt, stellt sich sein Fokus auf Streulinse um und kann nicht mehr hilfreich sein. Ein Profiler der mit Konflikten nicht umgehen kann, ist fehl am Platz!

Treten Sie ein! Kommen Sie einfach näher ran! Werfen Sie jetzt mit mir einen kleinen Blick in die Konfliktdynamiken. Ein Teil der Verhaltensanalyse ist die Beobachtung, die Diagnose und die Neutralisierung von Konflikten. Ein wichtiger Aspekt dabei ist zu akzeptieren das Konflikte grundsätzlich normal sind und das die Menschen die Konflikte haben in Ordnung sind. Es ist oft lediglich das Konfliktverhalten worüber gesprochen werden muss bzw. welches korrigiert werden sollte.

 Wenn ein Konflikt entsteht ist sehr schnell zu beobachten wie sich Gruppen spalten, weil nicht davon Betroffene oder nur am Rande Betroffene sich oft unreflektiert und ohne Information eingeholt zu haben auf die eine oder andere Seite schlagen. Oft sind es komplett Außenstehende die weder bei einem Konflikt dabei waren und auch kein Teil dessen sind. Tatsachen haben keine Bedeutung, sagt schon Oskar Wild. Genau dies trifft oft bei einem Konflikt zu. Tatsachen haben keine Bedeutung bzw. verlieren die Bedeutung. Die Emotion gerät in den Vordergrund. Konflikte haben teils nur begrenzt etwas mit logischem und rationalem Denken zu tun. Emotionale Eigendynamiken treten an die vorderste Front und Konfliktbündnisse entstehen. Irrationale Anteile verdrängen oft das eigentliche Konfliktthema, die Konfliktparteien agieren nur mehr aus Reflexen heraus.

 

Einige „Profilers Rules“ für den Umgang mit Konflikten

Rule 1:
Halten Sie sich komplett raus, wenn es Sie nichts angeht. Werden Sie kein Teil des Konfliktes und tratschen Sie auch mit anderen nicht darüber.

Rule 2:
Lassen Sie die Verantwortung für den Konflikt bei den Konfliktparteien. Damit ist gemeint, bleiben Sie dissoziiert, ergreifen Sie keine Partei! Wenn Sie sich entschlossen haben den Konflikt zu moderieren, dann machen Sie das aus einer neutralen Rolle heraus.

Rule 3:
Wenn Sie betroffen sind, lassen Sie irrationale Diskussionen über richtig oder falsch bleiben. Schauen Sie wo Sie in der momentanen Situation stehen und versuchen Sie Lösungen zu entwickeln die für alle Konfliktparteien tragbar sind.

Rule 4:
Reflektieren Sie Ihre eigenen Anteile, Ihr eigenes Verhalten welches Sie im Konflikt hatten oder haben. Bzw. reflektieren Sie auch Ihren Anteil der zum Konflikt geführt hat. Wie respektvoll waren Sie? Welche Lösungsmöglichkeiten hätte es gegeben? Was hätten Sie respektvoll und klar und deutlich ansprechen müssen? Was können Sie nun tun, um den Konflikt zu deeskalieren und ihn in positive Bahnen zu lenken.

Rule 5:
Zeigen Sie Bereitschaft für ein klärendes Gespräch.Vielen Konflikte lassen sich durch ein vernünftiges Gespräch klären und lösen. Zeigen Sie in solchen Gesprächen auch Einsicht was die eigenen Anteile am Konflikt betrifft.

Rule 6:
Hilfreich ist es wenn Sie vom Beharren herunterkommen und sich lösungswillig zeigen. Vermeiden Sie Fluchtverhalten – suchen Sie das Gespräch. Bleiben Sie in jedem Konflikt wertschätzend und respektvoll! Und wichtig ist, erkennen Sie Konflikte als Chance für persönliche Weiterentwicklung an.

Herzlichst
Patricia Staniek
Consulter/Profiler/SBI Intelligence Analyst/Teamperformer/Executivecoach/Kriminologie i.A.
Berater für Menschenführung im Bereich Sicherheit/Management/Leadership/HR/Vertrieb

Textcopyright: Patricia Staniek